Kolumbien: Die Wildtiere gewinnen gegen die Hobby-Jagd
In Kolumbien gewinnen Wildtiere den Kampf gegen die Hobby-Jagd. Ein Gerichtsurteil verbietet die Jagd auf einheimische Wildtiere landesweit.
Kolumbien verbietet Hobby-Jagd
Nach Sri Lanka, Indien, Kenya, Botswana, Oman, Costa Rica (2012) und vielen anderen Gebieten jetzt auch in Kolumbien. Das kolumbianische Verfassungsgericht fällte eine wegweisende Entscheidung für die Tiere: Es erklärte die Hobby-Jagd für verfassungswidrig. Auf dieser Grundlage wird nun ein Jahr nach dem richterlichen Beschluss ein Verbot der Hobby-Jagd in Kolumbien in Kraft treten.
Dem zuständigen Richter zufolge verstösst die Hobby-Jagd gegen den in der Verfassung festgeschriebenen Umweltschutz:
Es ist verfassungsrechtlich nicht zulässig, Tiere nur zum Spass zu töten oder zu quälen […], denn das entspricht nicht der Pflicht bzw. dem Verfassungsmandat zum Schutz der Natur […].“
Ausserdem wies er darauf hin, dass Tiere fühlende Lebewesen seien. Zuvor hatte bereits das kolumbianische Umweltministerium festgestellt, dass diese Form der Jagd nur der Unterhaltung der Jäger diene und Tierleid verursache.
Die Anwältin und Tierrechtlerin Laura Santacoloma hatte eine Klage eingereicht, die darauf abzielt, dass die Hobby-Jagd für verfassungswidrig erklärt wird, da dies den kolumbianischen Gesetzen in Bezug auf die Pflege und den Schutz von Wildtieren und der Umwelt widerspricht. Der Richter Antonio Jose Lizarazo stimmte zu und entschied: «Es ist verfassungsrechtlich nicht erlaubt, Tiere ausschliesslich zu Erholungszwecken zu töten oder zu misshandeln«.
Das Motiv ein Tier zum Spass zu töten oder zur Nahrungsgewinnung ist ein anderes. Tiere sind keine Dinge, sie sind Wesen mit Gefühlen.
Kolumbien, ist das Land nach Brasilien mit der weltweit grössten Artenvielfalt.
Diese Entscheidung wird unzähligen Hirschen, Tauben, Enten, Kaninchen, Nabelschweinen und anderen Tieren das Leben retten. Wer in Kolumbien in seiner Freizeit Tiere „schiessen“ will, darf das glücklicherweise schon bald nur noch mit der Kamera!
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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