Operation Thunder 2025: 30’000 Wildtiere beschlagnahmt
Fast 30’000 lebende Tiere wurden in nur einem Monat aus dem illegalen Wildtierhandel beschlagnahmt. Diese Zahl stammt aus Operation Thunder 2025, einer koordinierten Aktion von Interpol und internationalen Zollbehörden. Zeitraum: 15. September bis 15. Oktober 2025. Beteiligte Länder: 134.

Was nach Erfolg klingt, ist vor allem ein Warnsignal.
Denn Rekordbeschlagnahmungen bedeuten nicht, dass der Handel verschwindet. Sie zeigen, wie gross der Markt geworden ist.
Beschlagnahmt wurden unter anderem tausende Vögel, Schildkröten, Reptilien, Primaten und sogar Grosskatzen. Dazu kamen Produkte wie Elfenbein, Pangolin-Schuppen und illegales Holz.
Interpol ordnet den illegalen Wildtierhandel als milliardenschweres Geschäft ein. Besonders stark wächst der Markt dort, wo lebende Tiere als Exoten-Haustiere nachgefragt werden. Online-Plattformen, Börsen und schnelle Logistik machen den Handel effizient und anonym.
Viele Tiere überleben Transport und Zwischenlagerung nicht. Hohe Verluste sind einkalkuliert. Die beschlagnahmten Tiere sind nur der sichtbare Teil einer Lieferkette, die auf ständiger Nachfrage basiert.
Solange Tiere als Ware gelten, wird nachgeliefert.
Von der globalen Aktion zum lokalen Beispiel
Operation Thunder zeigt das grosse Bild. Doch dieses Bild beginnt nicht erst an internationalen Grenzen.
Terraristikbörsen wie die Terra Expo in der Umwelt Arena Spreitenbach sind Teil derselben Logik. Exotische Tiere werden dort wie Produkte präsentiert, oft in kleinen Plastikboxen, unter Lärm, Licht und Publikumsverkehr. Für Besucherinnen und Besucher wirkt das wie ein harmloses Hobby. Tatsächlich wird damit genau jene Nachfrage bedient, die den weltweiten Handel mit lebenden Wildtieren antreibt.
Der Zusammenhang ist klar: Wo Nachfrage entsteht, entstehen Lieferketten. Wo Lieferketten entstehen, werden Tiere transportiert, ersetzt und abgeschrieben.
Nachhaltigkeit als Kulisse
Besonders problematisch ist der Austragungsort. Die Umwelt Arena versteht sich als Ort für Umweltbildung und Nachhaltigkeit. Wenn dort gleichzeitig Veranstaltungen stattfinden, bei denen Wildtiere objektiviert und verkauft werden, entsteht ein grundlegender Widerspruch.
Nachhaltigkeit endet dort, wo der Verkauf beginnt.
Operation Thunder 2025 macht deutlich, dass illegale Märkte nicht nur von kriminellen Netzwerken leben, sondern von gesellschaftlicher Gewöhnung. Wer Wildtiere in Verkaufsboxen akzeptiert, akzeptiert auch das System dahinter.
Schweiz: Verantwortung endet nicht an der Grenze
Auch die Schweiz ist Teil europäischer Handels- und Transportketten. Import, Durchfuhr und Besitz geschützter Arten unterliegen CITES-Regeln. Für viele Produkte braucht es Bewilligungen und Kontrollen.
Für Konsumentinnen und Konsumenten gilt: Was harmlos aussieht, kann Teil eines globalen Problems sein.
Was jetzt konkret getan werden kann
- Keine exotischen Tiere kaufen, auch nicht auf Börsen.
- Keine Wildtier-Souvenirs mitbringen, wenn Herkunft und Papiere nicht eindeutig sind.
- Veranstaltungen hinterfragen, die Tiere als Ware präsentieren.
Und lokal aktiv werden:
Die Petition von wildbeimwild.com fordert ein Ende der Tierquälerei in der Umwelt Arena Spreitenbach und richtet sich gegen Jagd- und Tierbörsen, die Wildtiere zu Objekten machen.
➡️ Petition lesen und unterstützen:
https://wildbeimwild.com/petition-schluss-mit-der-tierquaelerei-in-der-umwelt-arena-spreitenbach/
Mehr dazu im Dossier: Jagd und Tierschutz
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