Mord ist ihr Hobby
Ab dem 28.2.2025 findet Europas grösste Jagdmesse „Jagd & Schund“ auf dem Messegelände in Dortmund statt. Um ein Zeichen gegen das Hobby-Töten zu setzen, demonstriert PETA mit einer blutigen Aktion am Eröffnungstag von 11:15 bis 11:45 Uhr vor dem Eingang Nord der Westfalenhallen.
Ein Aktivist im Hobby-Jäger-Kostüm posiert über einer Jagdstrecke «erschossener Wildtiere»: Als Fuchs und Löwe verkleidete Aktive liegen in einer «Blutlache» und symbolisieren das verursachte Leid.
Andere halten Schilder mit der provokanten Aufschrift «Mord ist ihr Hobby» sowie «Tiere sind keine Trophäen».
PETA fordert mit dieser dramatischen Szene ein gesetzliches Verbot der Hobby-Jagd. Zudem ruft die Organisation die Stadt Dortmund dazu auf, die Jagdmesse aus den städtischen Messehallen zu verbannen.
«Egal, ob etwa in Afrika, oder im Inland – das Töten von Tieren als unterhaltsamen Freizeitsport anzupreisen, ist geschmacklos», so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. «Unsere Protestaktion soll die Verantwortlichen in der Kommunalpolitik wachrütteln, damit im Zeitalter des weltweiten Artensterbens keine Messehalle mehr für die sogenannte legale Hobby-Jagd vermietet wird.»
PETA fordert bundesweites Verbot der Fuchsjagd
Die Tierrechtsorganisation spricht sich grundsätzlich gegen die Hobby-Jagd aus und fordert von der Politik als einen ersten Schritt ein bundesweites Verbot der Fuchsjagd sowie ein Importverbot für Jagdtrophäen. Obwohl es keinen nachvollziehbaren Grund für die Hobby-Jagd auf Tierarten wie Füchse, Vögel und Marder in deutschen Wäldern gibt, töten Hobby-Jäger bundesweit zwischen vier und fünf Millionen Wildtiere sowie mehrere Hunderttausend Katzen und Tausende Hunde pro Jahr – vornehmlich als «Freizeitbeschäftigung». Viele Hobby-Jäger suchen irgendwann zudem den Nervenkitzel im Ausland: angefangen beim Töten von Bären in Osteuropa bis hin zum Elefanten in Afrika. Schätzungsweise 50’000 Deutsche reisen jährlich ins Ausland, um auf Grosswildjagd zu gehen. Deutschland ist weltweit der drittgrösste Importeur für Jagdtrophäen international geschützter Arten: Allein 2022 wurden Trophäen von 463 seltenen Tieren eingeführt, darunter Körperteile von 24 Elefanten, 16 Leoparden, 139 Zebras, neun Löwen und drei Breitmaulnashörnern. Ein Tierschutzproblem enormen Ausmasses.
Hobby-Jagd laut Experten nicht notwendig
Anerkannte Wildbiologen sind sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Hobby-Jagd besteht. So findet dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit und Krankheiten statt. Auch englische Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass sich unter anderem Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren selbst regulieren. Die Hobby-Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Die Hobby-Jagd ist daher unnötig, kontraproduktiv und grausam.
Angelmesse: Kritik an tierquälerischem Freizeitsport
Im Rahmen der «Jagd & Hund» findet auch die Messe «Fisch & Angel» statt. Anglerinnen und Angler locken jedes Jahr viele Millionen Fische in Fallen, bohren ihnen einen Haken durch den Mund, einige lassen sie ersticken oder nehmen sie teils noch bei Bewusstsein aus. Angelmessen verharmlosen nicht nur den grausamen Umgang mit den sensiblen Tieren, sondern machen sogar Werbung für das tödliche Hobby. PETA fordert ein Verbot des Angelns in Deutschland. Auch in der Schweiz wird die Frage nach der Psychologie hinter dem Töten als Freizeitbeschäftigung immer lauter gestellt.
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