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Jagd

Italien: Hobby-Jäger erschiesst 19-Jährigen

Die Tragödie ereignete sich im Gebiet um die Gemeinde Apricale in Ligurien. Ermittler untersuchen aktuell noch den Vorfall, doch nach ersten Erkenntnissen verwechselte der Hobby-Jäger den 19-Jährigen mit einem Wildschwein. Ein 19-jähriger Nathan Labolani aus Ventimiglia war – so die erste Vermutung –  mit seinen Hunden spazieren, als er an einem Schuss in den Bauch, der

Redaktion Wild beim Wild — 30. September 2018

Die Tragödie ereignete sich im Gebiet um die Gemeinde Apricale in Ligurien. Ermittler untersuchen aktuell noch den Vorfall, doch nach ersten Erkenntnissen verwechselte der Hobby-Jäger den 19-Jährigen mit einem Wildschwein.

Ein 19-jähriger Nathan Labolani aus Ventimiglia war – so die erste Vermutung – mit seinen Hunden spazieren, als er an einem Schuss in den Bauch, der von einem Hobby-Jäger bei einer Wildschweinjagd abgefeuert wurde, verstarb. Demnach verwechselte der Hobby-Jäger den jungen Mann mit seiner Beute und feuerte einen Schuss mit seinem Karabiner aus 20 Meter Entfernung ab.

Szenen unendlicher Verzweiflung

Nathan Labolani
Nathan Labolani

Carabinieri, Feuerwehr, Alpenrettung, medizinisches Personal und das Blaue Kreuz wurden aufgeboten. Ein Notfallhubschrauber wurde ebenfalls von Cuneo alarmiert, aber ohne Erfolg: Der junge Mann starb kurz nach ihrer Ankunft.

Petition

Keine Luchsabschüsse im Wallis

Der Luchs ist genetisch am Limit, trotzdem soll er als erster Kanton der Schweiz zum Abschuss freigegeben werden.

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Die National Animal Protection Agency (ENPA) fordert die sofortige Einstellung der Jagdsaison 2018/2019 aus Gründen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit.

Es ist jetzt unbestritten, dass es in unserem Land einen Sicherheitsnotstand gibt, der mit der Ausübung der Hobby-Jagd zu tun hat. Der Tod des 19-Jährigen ist nur die Spitze des Eisbergs einer Praxis, die jährlich Millionen von Tieropfern und Dutzende von menschlichen Opfern verursacht.

218 Tote in 10 Jahren

In den vergangenen 10 Jahren sind bei Jagdunfällen in Italien total 218 Menschen ums Leben gekommen, 807 weitere wurden verletzt. Trotz der vielen Opfer ist die Zahl der Hobby-Jäger seit 2000 von 801’000 auf 570’000 gesunken.

Die Ex-Tourismusministerin und Forza Italia-Parlamentarierin, Michela Brambilla, urgierte die Verabschiedung eines Gesetzesentwurfs zum totalen Jagdverbot, das im Parlament bereits vorliegt.

Update: Nathan war selbst Wilderer

Neben dem tödlich getroffenen Nathan Labolani stellten die Carabinieri ein Gewehr und 50 Stück Munition sicher. Laut einer Rekonstruktion war der 19-Jährige, der selbst keinen Waffenschein und Jagdausweis besitzt, am Sonntagmorgen als Wilderer auf der Hobby-Jagd gewesen und hatte sich gleich wie seine «abamtlichen Jagdkollegen» auf der Suche nach Wildschweinen ebenfalls auf die Lauer gelegt. Aus Angst vor Entdeckung hatte Nathan Labolani nicht auf die Zurufe geantwortet, als der tödliche Schuss abgefeuert wurde. Mehr zu Kriminalität und Hobby-Jagd.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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