Hobby-Jäger hetzt Hunde auf Katze: Hohe Geldbusse
Es ist mehr als zu begrüssen, dass die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach Anklage gegen den Hobby-Jäger erhoben hat. Mit dem heutigen Beschluss hat die Justiz ein klares Statement gesetzt: Die ständigen tierquälerischen Auswüchse der Jagd stellen keine Kavaliersdelikte dar, sondern sind handfeste Straftaten.
Das Verfahren im sogenannten Katzenvideo-Fall ist unter hohen Auflagen eingestellt.
Video zeigt brutale Katzenhetze
Ein im Herbst 2018 im Internet kursierendes Video zeigt mehrere Jagdhunde, die unter den Anfeuerungsrufen eines Hobby-Jägers eine lebende Katze schütteln, beissen und schliesslich auseinanderreissen.
Die Tierrechtsorganisation PETA hat den Mann, der in Rheinland-Pfalz Jagdhunde züchtet, wegen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz bei der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach angezeigt.
5’000 Euro Strafe und fünf Jahre Jagdverbot
Der Angeklagte hat die Tat gestanden. Das Gericht stellte das Verfahren gegen eine Geldstrafe von 5’000 Euro ein. Zudem bekam Patrick N. die Auflagen, keine Tiere jeglicher Art mehr halten zu dürfen. Ausserdem darf er die nächsten fünf Jahre keinen neuen Jagdschein beantragen und auch keine Jagdhunde mehr halten und berufsmässig führen.
«Es ist mehr als zu begrüssen, dass die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach Anklage gegen den Hobby-Jäger erhoben hat. Mit dem heutigen Beschluss hat die Justiz ein klares Statement gesetzt: Die ständigen tierquälerischen Auswüchse der Hobby-Jagd in Deutschland stellen keine Kavaliersdelikte dar, sondern sind handfeste Straftaten», so Dr. Edmund Haferbeck von PETA.
Hobby-Jagd ist unnötig, kontraproduktiv und grausam
Jedes Jahr werden in Deutschland schätzungsweise 350’000 Katzen von Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jägern erschossen, unter dem Vorwand, dass sie die Artenvielfalt bedrohten. Die grösste Gefahr für die Wildtiere sind jedoch die Hobby-Jäger selbst.
Anerkannte Wildbiologinnen und Wildbiologen sind sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Hobby-Jagd besteht. So müssen dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge die nahezu ausgerotteten Wölfe nicht durch menschliche Hobby-Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet. Die Hobby-Jagd ist unnötig, kontraproduktiv und grausam.
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Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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