Jagd

Hirsch wird bei Hobby-Jagd wundgeschossen und im Gartenteich brutal abgestochen

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Am 8. Januar haben sich wieder unschöne Szenen während einer Hobby-Jagd im Landkreis Dahme-Spreewald zugetragen.

Der Landkreis Dahme-Spreewald ist ein Landkreis im Südosten des Landes Brandenburg in Deutschland.

Das verstörendes Video zeigt, wie ein Hobby-Jäger einen Hirsch tötet, der in einem Gartenteich gefangen ist. „Das sieht nicht schön aus, aber ist vollkommen legal und notwendig“, sagt dessen Anwalt.

In dem fast sechs Minuten langen Video einer Hobby-Jägerin ist zu sehen, wie ein Hirsch immer wieder vergeblich versucht, aus einem mit Steinen umrandeten, grossen Gartenteich zu entkommen. Offenbar kann sich das Wildtier aus eigener Kraft nicht befreien. Es rutscht immer wieder an der Böschung ab und wird von den Jagdhunden belästigt.

Ein Hobby-Jäger – dunkelgrüne Hose und gelb-orangene Signaljacke – steigt zu ihm ins Wasser, greift dem Hirsch ans Geweih und zückt ein untaugliches Messer. Der Hobby-Jäger versetzt dem Tier offenbar immer wieder unfachmännsich mehrere Stiche in die Schulter, doch es stirbt nicht sofort. Der Hirsch windet sich noch minutenlang im Wasser und bäumt sich immer wieder auf, während sich das dunkle Teichwasser blutrot färbt. Weiterhin versucht der Hobby-Jäger, das um sein Leben kämpfende Tier zu ertränken, indem er, beide Hände am Geweih, den Kopf des Tieres immer wieder unter Wasser drückt, was nicht zulässig ist. Das Tier erleidet Höllenqualen, es blutet aus und ertrinkt.

Bei dem Mann handele es sich um einen anerkannten Schweisshundeführer eines sogenannten Nachsuchgespannes. Das sind Hobby-Jäger, die mit eigens ausgebildeten Hunden von Revierpächtern gerufen werden, wenn Wildtiere bei der Jagd verletzt werden, aber nicht zu Tode kommen. Laut Anwalt, gehörten solche Szenen wie in dem Video zu dem „Tagesgeschäft“ dieser Hundeführer – ein weiteres Armutszeugnis der Hobby-Jäger.

In diesem Fall war der Rothirsch bei einer sinnfreien, tierquälerischen und unwaidmännischen Drückjagd im Winter angeblich am Hinterlauf getroffen worden, daraufhin auf das nahegelegene Grundstück des Revierpächters geflüchtet und in den Gartenteich geraten. Die Jagdhunde waren ausser Kontrolle. Die Verletzung wäre für das Tier nach einem mehrtägigen Leiden „unvermeidlich tödlich verlaufen“, heisst es in dem Anwaltsschreiben des Hobby-Jägers.

Es sei jedoch die gesetzliche Pflicht des Hobby-Jägers gewesen, das Tier so „schnell wie möglich zu töten“, sonst hätte er gegen das Tierschutzgesetz verstossen. Aber warum hat der Hobby-Jäger das Tier nicht einfach mit einem Schuss aus einer Kurzwaffe erlöst? Das sei aufgrund der dichten Bebauung und herumlaufender Schaulustiger nicht möglich gewesen. Deshalb habe sein Mandant den schwerverletzten Hirsch „waidgerecht und legal durch Einstechen hinter das Schulterblatt“ gequält bis er verstoben ist. Dass das Tier nicht direkt nach dem Schnitt sterbe, sei normal, weil der Schnitt nicht direkt ins Herz gehe, sondern einen Kollaps der Lunge verursache. Auch der Brandenburger Jagdverband kann in dem Video keinen Verstoss gegen das Tierschutzgesetz feststellen, berichtet die Märkische Zeitung.

„Meiner Einschätzung nach hatte der Jäger in dieser Situation keine andere Möglichkeit, den Hirsch zu erlösen“, sagte Kai Hamann, Geschäftsführer des Brandenburger Jagdverbands. Jagdliche Munition splittert – deshalb schiessen Jäger meist vom Hochsitz aus, damit sich die Splitter im Boden verfangen. In der dicht besiedelten Nachbarschaft wäre ein Schuss zu gefährlich gewesen, so Hamann.

Ein Tierschützer hätte das verletzte Wildtier wohl behutsam in die fürsorglichen Hände eines Tierarztes überführt. Hobby-Jäger sind ihrer Aufgabe, auch aus diesem Blickwinkel, einfach nicht gewachsen.

Laut der Tierschutzorganisation PETA zeigt das Video gleich mehrere Verstösse: „Die Hunde werden nicht zurückgehalten, der Mann sticht offenbar wahllos mit dem Messer auf den erschöpften Hirsch ein und dann ertränkt er das Tier langsam im Teich“, sagt Peter Höffken, Fachleitung Kampagnenteam bei PETA. Um den Mann zu ermitteln, stellt die Organisation Anzeige gegen Unbekannt.

Das inszenierte Video wurde wohl zum Zweck der Angeberei in den einschlägigen Hobby-Jäger-Kreisen gedreht und veröffentlicht. Schaulustige waren weder zu sehen noch zu hören.

Wildtiere leben in ständiger Angst wegen den Hobby-Jäger. Insbesondere, wenn sie real von ihnen gejagt werden, produzieren sie Unmengen giftige Hormone, Adrenalin, usw. welche sich im Fleisch zusammen mit den anderen bereits vorhandenen Giften und Schlacken vereinigen. Treibjagd, Drückjagd oder Bewegungsjagden produzieren noch minderwertigeres Fleisch, dass nicht selten auch mit Munitionspartikeln verseucht ist.

Interessen-Gemeinschaft Wild beim Wild

Die IG Wild beim Wild ist eine gemeinnützige Interessen-Gemeinschaft, die sich für die nachhaltige und gewaltfreie Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung einsetzt, wobei die IG sich auch auf die rechtlichen Aspekte des Wildtierschutzes spezialisiert hat. Eines unser Hauptanliegen ist, in der Kulturlandschaft ein zeitgemässes und seriöses Wildtiermanagement nach dem Vorbild vom Kanton Genf einzuführen – ohne Hobby-Jäger aber mit integren Wildhütern, die den Namen auch verdienen und gemäss einem Ehrenkodex handeln. Das Gewaltmonopol gehört in die Hände des Staates. Die IG unterstützt wissenschaftliche Methoden der Immunokontrazeption für Wildtiere.