Goldschakal erstmals im Kanton St. Gallen fotografiert
Ein Ornithologe hat im St. Galler Linthgebiet einen Goldschakal fotografiert. Das scheue Tier wurde in der Schweiz erstmals 2011 nachgewiesen und breitet sich langsam aus. Mehr zu Wildtieren in der Schweiz.
Am 13. Juli hat ein Ornithologe im St. Galler Linthgebiet ein wolfähnliches Tier fotografiert, das er nicht kannte.
Es stellte sich heraus, dass es ein Goldschakal war. Das scheue Tier wurde in der Schweiz erstmals 2011 nachgewiesen.
Erste fotografische Dokumentation in St. Gallen
Das entdeckte Tier gleiche in Körperhaltung und Färbung dem Wolf, sei aber kleiner und zeige die typischen Merkmale eines Goldschakals, teilte die St. Galler Staatskanzlei am 18.7.2017 mit. Es handelt sich dabei um die erste fotografisch dokumentierte Beobachtung dieser Tierart im Kanton St. Gallen.
Der Goldschakal ist eine eng mit dem Wolf verwandte Art der Hunde. Er ist zwischen 80 und 95 cm lang und die Schulterhöhe etwa 35 bis 50 cm. Er ist kleiner als der Wolf, aber grösser als der Rotfuchs. In freier Wildbahn werden Schakale 8 bis 9 Jahre alt. In Gefangenschaft bis 16 Jahre.
Ausbreitung durch Klimawandel begünstigt
Er verbreitet sich aus dem nahen Osten immer mehr auch ins nördliche und westliche Europa. Der Klimawandel begünstigt die Verbreitung seit den 80er-Jahren. Goldschakale sind sehr anpassungsfähig und bevorzugen offene Landschaften. Sie meiden dichte Wälder und schneereiche Höhenlagen. Der Goldschakal wurde nicht von Menschen in ein anderes Verbreitungsgebiet gebracht und ist somit kein Neozoe.
Der Goldschakal gleicht in seinem Verhalten dem Fuchs und frisst vor allem Kleintiere. Er ist in der Schweiz unter Schutz gestellt. Seit Jahren dehnt sich sein Verbreitungsgebiet vom südöstlichen Balkan in Richtung Mitteleuropa aus. Einzelne Tiere wurden auch schon in Deutschland, Österreich und Italien beobachtet.
In der Schweiz wurden bisher nur einzelne Tiere gesichtet: Im Winter 2011/12 hielt sich gemäss Fotofallen mindestens ein Individuum in den Kantonen Bern, Waadt und Freiburg auf. Im Januar 2016 wurde ein Goldschakal in Graubünden und im März einer im Kanton Schwyz erlegt. Der Goldschakal ist ein Beutegreifer, der als Wildtier unter dem Schutz des Jagdgesetzes steht.
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