Der Goldschakal

Der Goldschakal (Canis aureus) ist eine eng mit dem Wolf verwandte Art der Hunde.

Er verbreitet sich aus dem nahen Osten immer mehr auch ins nördliche und westliche Europa. Der Klimawandel begünstigt die Verbreitung seit den 80er-Jahren. Goldschakale sind sehr anpassungsfähig und bevorzugen offene Landschaften. Sie meiden dichte Wälder und schneereiche Höhenlagen. Der Goldschakal wurde nicht von Menschen in ein anderes Verbreitungsgebiet gebracht und ist somit kein Neozoe. Goldschakale sind auf dem gesamten Balkan verbreitet, in Rumänien und Ostungarn kommen sie flächendeckend vor.

Interessante Fakten zum Goldschakal:

  • Der Goldschakal ist zwischen 80 und 95 cm lang und die Schulterhöhe etwa 35 bis 50 cm. Er ist kleiner als der Wolf, aber grösser als der Rotfuchs.
  • Das Fell ist normalerweise goldgelb, rostfarbig oder silberfarbig gefärbt.
  • Schakale wiegen ungefähr 8–10 kg.
  • Schakale haben buschige 20–30 cm lange Schwänze.
  • Schakale sind opportunistische Esser. Sie essen, was immer zur Verfügung steht: Schlangen und andere Reptilien, Schalenwild, Insekten, Früchte, Beeren und manchmal sogar Gras. Aas ist nur gelegentlich auf dem Speiseplan.
  • Schakale können als Einzelgänger unterwegs sein, Teil eines Paares oder Mitglied eines sozialen Rudels. Das Leben im Rudel ermöglicht Schutz vor Beutegreifer und garantiert grössere Beutetiere.
  • Die Hauptfeinde des Schakals sind Jäger, Wolf und Adler. Insbesondere die Jungtiere sind durch den Adler gefährdet.
  • Schakale sind territoriale Tiere. Sie markieren mit Urin und verteidigen ihr Territorium.
  • Schakale sind schnelle Sprinter. Sie können bis 65 km/h erreichen. Gewöhnlich sind sie aber nur mit 15 km/h über eine längere Zeitspanne unterwegs.
  • Schakale sind sehr vokal. Sie verwenden verschiedene Winsel-, Heul- und Belllauten, um zu kommunizieren. Sirenen artige Laute produzieren sie, wenn sie Essen lokalisiert haben. Schakale antworten nur auf Laute aus der eigenen Familie. Sie ignorieren alle anderen Rufe.
  • Schakale werden in der Natur selten gesehen, weil sie dämmerungs- und nachtaktiv sind.
  • Paarungszeit ist in Europa ab Dezember bis März.
  • Schakale haben lebenslang eine feste Beziehung (monogam) bei der Fortpflanzung. Nach einer 60 Tage langen Trächtigkeitsdauer, gebiert ein Wurf sechs bis neun Welpen.
  • Jungtiere werden in höhlenartiger Umgebung geboren. Die Mutter wechselt die Lokalität alle 14 Tage, um sie vor den Beutegreifer zu schützen. Jungtiere sind von der Geburt an behaart und in den ersten zehn Tagen völlig blind.
  • Nach einem halben Jahr sind die Jungtiere nicht mehr auf ihre Eltern angewiesen. Allerdings bleiben manchmal ein oder zwei Junge bei ihren Eltern, um bei der Aufzucht des nächsten Wurfes zu helfen. Diese wechseln sich dann mit den Eltern beim Bewachen der Höhle und Heranschaffen der Nahrung ab. Voll geschlechtsreif werden Schakale nach 20 Monaten.
  • In freier Wildbahn werden Schakale 8 bis 9 Jahre alt. In Gefangenschaft bis 16 Jahre.
  • In der Schweiz wurden bisher nur einzelne Tiere gesichtet: Im Winter 2011/12 hielt sich gemäss Fotofallen mindestens ein Individuum in den Kantonen Bern, Waadt und Freiburg auf. Im Januar 2016 wurde ein Goldschakal in Graubünden und im März einer im Kanton Schwyz erlegt.

Was unternimmt Wild beim Wild für den Schutz der Goldschakale?

Wir engagieren uns, damit Populationen und deren Lebensräume erhalten und miteinander verbunden werden. Natürliche Korridore ermöglichen den genetischen Austausch zwischen einzelnen Populationen. Nicht nur der Schutz der Beutegreifer, sondern auch ihrer Beutetiere ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Dies geschieht, indem wir die Wildtiere vor der unnötigen Jagd und Wilderei wo immer möglich verteidigen.

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