Der Waschbär

Der Waschbär (Procyon lotor) ist ein kurzbeiniges, omnivores Säugetier aus der Familie der Kleinbären.

Der Waschbär lebt in Laub – und Mischwälder in der Nähe von Wasser. Sein Name erhielt er, weil er in fliessenden Gewässer unter Steinen und anderen Verstecken tastend, nach Krebsen oder anderen Nahrungstieren sucht. Optisch sieht es aus, als würde er sein Essen waschen. Als Kulturfolger lebt er auch in Vorstädten und Parks. Mülldeponien und Campingplätze sind beliebte Orte zur Nahrungssuche. Ruhe-, Schlaf- und Aufzuchtsplätze für die Jungen sind verlassene Dachs- und Fuchsbaue, Felsklüfte, hohle Bäume, aber auch Schuppen, Speicher, Estriche oder verlassene Autos.

Interessante Fakten zum Waschbär:

  • Der Waschbär wird zwischen 41 und 71 Zentimeter lang und zwischen 3,6 und 9,0 Kg schwer. In kälteren Regionen kann er auch schwerer sein.
  • Sie haben ein langhaariges Fell, überwiegend gelbgrau mit schwarz gemischt. Das dichte Unterfell, das fast 90 % der Gesamtzahl an Haaren ausmacht, schützt die Tiere vor Kälte und besteht aus 2,0 bis 3,0 Zentimeter langen Haaren.
  • Das Gesicht ist charakterisiert mit einer „Zorromaske“ um die Augen. Die dunkle Maske soll Blendeffekte reduzieren und dadurch die Nachtsicht verbessern.
  • Die leicht abgerundeten Ohren werden von weissem Fell umrandet.
  • Ihr Gebiss setzt sich aus 40 Zähnen zusammen.
  • Waschbären haben einen 20 – 30 cm langen, geringelten Schwanz.
  • Waschbären haben menschenähnliche Hände mit fünf Finger, welche sie zum Sammeln von Nahrung gebrauchen. Sie öffnen damit Schalen, Türen und so vieles andere.
  • Als Omnivoren essen sie hauptsächlich Pflanzen, Nüsse, Fische, Vögel, Insekten, Früchte, Beeren, Samen, Abfallreste und kleine Säugetiere. Sie sind natürliche Schädlingsbekämpfer.
  • Der Pfotenabdruck gleicht einem Sohlengänger. Der Abdruck der Hinterpfoten hat Ähnlichkeit mit dem Fussabdruck eines Kleinkindes. Sie können sich auf ihre Hinterbeine stellen und Objekte mit ihren Vorderpfoten untersuchen.
  • Aufgrund kurzer Beine, können sie nicht schnell rennen oder weit springen.
  • Waschbären legen ihr Essen oft ins Wasser bevor sie es essen. Sie haben einen ausgeprägten Tastsinn und Wasser verstärkt diesen Effekt. Bei diesem analysierenden Abtasten erhalten sie genaue Informationen, was eingenommen wird. Sie haben ein ausgezeichnetes Gedächtnis.
  • Ausser für die Orientierung im Dunkeln ist der Geruchssinn vor allem bei der Kommunikation mit Artgenossen wichtig.
  • Waschbären sind dazu in der Lage, sehr leise Geräusche wahrzunehmen, wie sie etwa im Boden eingegrabene Regenwürmer verursachen.
  • Waschbären können ausgezeichnet Schwimmen und Klettern. Sie können mehrere Stunden im Wasser ausharren.
  • Der Waschbär wird vor allem in den USA gelegentlich als Haustier gehalten.
  • Waschbären halten kein Winterschlaf. Sie verbringen aber die kälteste Jahreszeit in ihrem Versteck.
  • Waschbären produzieren verschiedene Laute. Sie können Zischen, Knurren, Pfeifen und Schnurren.
  • Waschbären sind anpassungsfähige Nachttiere.
  • Die natürlichen Feinde der Waschbärenjungen sind Luchs, Adler, Uhu und Fuchs.
  • Während der Waschbär früher als Einzelgänger angesehen wurde, gibt es heute Belege dafür, dass er ein geschlechtsspezifisches Sozialverhalten zeigt. Miteinander verwandte Fähen (Weibchen) teilen sich oft ein gemeinsames Gebiet; nicht verwandte Rüden (Männchen) dagegen leben in lockeren, aus bis zu vier Tieren bestehenden Kleingruppen zusammen.
  • Die Paarungszeit liegt zwischen Januar und März. 2 Monate später werden 3 – 4 Junge geboren, noch ohne Gesichtsmaske. Die Mutter ist sehr beschützerisch und lernt den Jungen sobald sie aus dem Versteck kommen, was und wie sie essen können. Im Herbst sind sie ausgebildet und selbstständig.
  • Die durchschnittliche Lebenserwartung sind wenige Jahre. In Gefangenschaft bis zu 20 Jahre.
  • Jagd und Verkehrsunfälle sind die beiden häufigsten Todesursachen. Als Neozoon darf der Waschbär in der Schweiz ganzjährig ohne Schonzeit gejagt werden, obwohl nicht bewiesen ist, dass er die heimische Fauna bedroht. Das BAFU schreibt dazu: „Diese nicht einheimische Art wollen wir nicht und sie kann geschossen werden“. Viele Kantone haben jedoch Schonzeiten etabliert. Es ist nicht möglich, Waschbären durch starke Bejagung dauerhaft aus einem Gebiet zu vertreiben, das für sie einen gut geeigneten Lebensraum darstellt. Sie steigern einfach ihre Fortpflanzungsrate, wie z. B. die Füchse auch, bis zu einer gewissen Grenze oder Tiere aus dem Umland wandern in die frei gewordenen Streifgebiete ein. Die Kosten, um aus einem grösseren Gebiet auch nur zeitweise alle Waschbären zu entfernen, übersteigen in der Regel die Kosten der durch sie verursachten Schäden um ein Vielfaches. Seit rund 35 Jahren leben Waschbären in Schweizer Wäldern. Vor allem am Genfersee tritt er seit 2003 häufiger auf. Er ist aber auch im Schweizer Mittelland, im Jura und in den Voralpen auf Entdeckungstour.

Was unternimmt Wild beim Wild für den Schutz der Waschbären?

Wir engagieren uns, damit Populationen und deren Lebensräume erhalten und miteinander verbunden werden. Natürliche Korridore ermöglichen den genetischen Austausch zwischen einzelnen Populationen. Nicht nur der Schutz der Beutegreifer, sondern auch ihrer Beutetiere ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Dies geschieht, indem wir die Wildtiere vor der unnötigen Jagd und Wilderei wo immer möglich verteidigen.

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Hobby – Jäger in den Schulen? Nein Danke!

Seit geraumer Zeit ist zu beobachten, dass Hobby-Jäger in Kindergärten und Schulen eine sektenartige Image – Kampagne betreiben, mit dem Ziel, unsere tierliebenden Kinder an die grausame Hobby Jagd heranzuführen.

 

Schluss mit der Tierquälerei der Jäger

Laut Tierschutzgesetz (Art. 26 TSchG) muss ein “vernünftiger Grund” für das Töten eines Tieres vorliegen – bei der Jagd auf Füchse handelt es sich jedoch lediglich um die Befriedigung eines blutigen Hobbys. Für Füchse gibt es keine rechtliche Abschussplanung.