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Wildtiere

Gerichtsmedizinische Analysen von Verbrechen an Wildtieren

Noch ist es nicht Donald Trumps Bemühungen zum Opfer gefallen, in seinen Augen unnütze Kosten für Umwelt- und Tierschutz einzusparen: Das forensische Labor des US-amerikanischen „Fish and Wildlife Service“, der dem US-amerikanischen Innenministerium untergeordneten Naturschutzbehörde, ist weltweit das einzige, kriminaltechnischen Vollservice leistende Labor zur Aufklärung von Verbrechen, die an Wildtieren verübt werden.

Redaktion Wild beim Wild — 17. September 2018

Noch ist es nicht Donald Trumps Bemühungen zum Opfer gefallen, in seinen Augen unnütze Kosten für Umwelt- und Tierschutz einzusparen: Das forensische Labor des US-amerikanischen «Fish and Wildlife Service», der dem US-amerikanischen Innenministerium untergeordneten Naturschutzbehörde, ist weltweit das einzige, kriminaltechnischen Vollservice leistende Labor zur Aufklärung von Verbrechen, die an Wildtieren verübt werden.

Artefakte
Artefakte. Foto: Washington Post

35’000 Beweismittel in der Sammlung

Ken Goddard, ein früher Tatort-Ermittler und ehemaliger Direktor eines kriminaltechnischen Labors in Südkalifornien, wurde im Jahr 1979 damit beauftragt, dieses forensische Labor aufzubauen. Tausende von Tieren werden so jedes Jahr untersucht, geröntgt, seziert, ihre Knochen gesäubert und letztendlich der schon gut 35’000 Beweismittel aller Arten umfassenden Sammlung einverleibt.

Verbrechen, die an Wildtieren verübt werden, sind ein weltweites Milliarden-Dollar-Geschäft, von dem Experten befürchten, dass es noch weiter zunehmen wird. Ein kleines Team von Wissenschaftlern führt DNA-Tests durch, identifiziert Kugeln und Gifte und alle Arten von Todesursachen.

Offizielles Labor für CITES

Die insgesamt 34 Mitarbeiter bearbeiten nicht nur innerstaatliche Kriminal- und Verdachtsfälle, sondern betreiben auch das offizielle Labor für CITES, das Washingtoner Artenschutz-Abkommen, welches von 178 Nationen unterzeichnet wurde zum Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.

Immerhin wissen sie, dass oft genug Übeltäter auch überführt und zum Beispiel Pestizid-Täter dann teilweise mit drastischen Strafen belegt werden. Ein Farmer in Montana musste beispielsweise 1’000 Dollar zahlen, weil er ein Schaf vergiftet hatte – dadurch starben nicht nur drei Kojoten, sondern auch ein Falke und ein Seekopfadler. Und in Wisconsin wurden 2014 zwei Männer sogar zu einer Strafe von 100’000 Dollar verurteilt, weil durch ihre Taten mehr als 70 Wildtiere ums Leben kamen. Mehr zu Kriminalität und Hobby-Jagd.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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