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Jagd

Gen Z sucht offline Erfahrung mit Gewalt

Hobby-Jägerprüfungen in Deutschland: 2024 dritthöchster Wert seit 75 Jahren

Redaktion Wild beim Wild — 6. Mai 2025

Das Interesse an der Hobby-Jagd in Deutschland ist ungebrochen hoch.

Die Gen Z sind Digital Natives, die von frühester Jugend mit Internet, Spielkonsolen und sozialen Netzwerken vertraut sind. Jetzt wollen sie virtuelle mit Offline-Erfahrungen verbinden.

Im vergangenen Jahr absolvierten 21’104 Männer und Frauen die staatliche Hobby-Jägerprüfung, wie der Deutsche Hobby-Jagdverband am 6.5.2025 in Berlin mitteilte.

Das war die dritthöchste Zahl seit 75 Jahren. Höher war die Zahl der Jagdprüfungen nur 2022 mit 23’713 und 2023 mit 22’248 gewesen.

Innerhalb der vergangenen 20 Jahre verdoppelte sich die Teilnehmerzahl damit nahezu. Spitzenreiter war 2024 demnach Niedersachsen mit mehr als 5’400 Teilnehmern – das war jeder Vierte. Auch in Bayern und Baden-Württemberg wollen viele Menschen den Jagdschein machen, jeweils mehr als 2’200 absolvierten dort die Prüfung. Gut ein Fünftel (21 %) der Prüflinge fällt allerdings im ersten Anlauf durch.

Die mehrtägige Prüfung besteht aus einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil. Stundenumfang der Ausbildung: etwa 120 Stunden Theorie und 30 Stunden Praxis. Fachbereiche auf dem Stundenplan sind unter anderem Wildbiologie, Jagdpraxis, Waffenkunde, Hundewesen, Fleischhygiene sowie Jagd-, Waffen-, Tier- und Naturschutzrecht. Durchschnittlich 2’200 Euro kostet die Hobby-Jägerausbildung.

Die bestandene Prüfung ist nur eine Voraussetzung für den Jagdschein, der bei der Behörde beantragt werden muss. Es folgen unter anderem Abfragen der Zuverlässigkeit bei der Polizei und beim Verfassungsschutz. Zudem muss ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt werden, ebenso auf Anfrage ein Zeugnis zur persönlichen Eignung.

Das «Grüne Abitur»

Naturfreunde machen aktiv schöne Erlebnisse in der Natur, ohne Wildtiere zu exekutieren, damit sie sich wohlfühlen. Es gibt unzählige lobenswerte Menschen, welche die Natur auch nutzen, hegen und pflegen – nachhaltige, selbstlose Arbeit leisten bei der Feuerwehr, Zivilschutz, Tierschutz, Bergwaldprojekt, Trockenmauern erstellen, Biotope pflegen, Landdienste absolvieren, Rehkitzrettung, Wildtierstationen, usw. Keinem von denen käme es in den Sinn, dafür ein gewaltsames Opfer in der Form eines Lebewesens zu fordern, wie dies die Hobby-Jäger tun.

Dass man sich mit dem unethischen «Grünen Abitur» wie bei einer Sekte Unfug und unwissenschaftlichen Nonsens aneignet, merkt der Absolvent erst später.

Wer den Jagdschein macht, erhält immer zweierlei: einen Schein fürs Töten und einen Schein fürs Verblöden.

Mehrwert:

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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