Gericht: Hobby-Jäger als «Killer» nicht diffamiert
Der Tierfotograf Alain Prêtre wurde vom Vorwurf der Verleumdung, üblen Nachrede und Beleidigung freigesprochen.
In La Chaux-de-Fonds sah das Gericht am 30.9.2021 keine Veranlassung, den Tierfotografen Alain Prêtre wegen Verleumdung, übler Nachrede und Beleidigung von Neuenburger Hobby-Jägern anzuklagen.
«Killer», «Meuchelmörder» und «Schädlinge»
In drei E-Mails bezeichnete der Fotograf die Hobby-Jäger als «Killer», «Meuchelmörder» und «Schädlinge mit böser Macht».
Das Gericht kam zu dem Schluss, dass es ihn nicht verurteilen kann, weil er sich zwar an die Neuenburger Hobby-Jäger im Allgemeinen, nicht aber an einen einzelnen Hobby-Jäger im Besonderen gewandt hatte. Der Angeklagte bezeichnete seine Äusserungen als «gut durchdacht» und «ausgewählt».
Pierre Meinis, Anwalt des Neuenburger Hobby-Jägerverbandes, zeigte sich im Radiosender RTN überrascht und enttäuscht: «Die Neuenburger Hobby-Jäger wurden eindeutig ins Visier genommen. Jedes Mal, wenn die Hobby-Jagd eröffnet wird, werden wir systematisch beschuldigt.»
Die Bezeichnung von Hobby-Jägern als Mörder ist nicht Ausdruck eines Standpunkts oder einer Meinung, sondern der Realität. Ja, sie töten und dezimieren Wildtiere, ja, sie ermorden bedrohte Arten, ja, sie verstümmeln Rehe, Füchse, Hirsche und andere Tiere schwer.
Alain Prêtre
Freispruch bestärkt Prêtre
«Die sogenannte Freizeitjagd ist, wie der Name schon sagt, ein Vergnügen, tödlich für Wildtiere und manchmal auch für Menschen. Ich überlasse es der Psychiatrie, die Pathologie zu beschreiben, die mit dieser Perversion, der Hobby-Jagd, verbunden ist!»
Sein Freispruch bestärkt Alain Prêtre in seinem Vorgehen gegen die Hobby-Jägerschaft: «Ich werde bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, um nicht nur die Totengräber der Natur zu bekämpfen, sondern alle, die die Integrität der biologischen Vielfalt angreifen.»
Dieser Prozess war keine ausgemachte Sache, denn die Hobby-Jägerschaft hat mächtige Einflussmöglichkeiten, die sie in solchen Fällen auch nutzt. Die Hobby-Jäger haben natürlich die Möglichkeit, gegen die Entscheidung des Gerichts Berufung einzulegen, aber Alain Prêtre, der von der Anwältin Marta Fiedorczuk-Hénin vertreten wurde, freut sich über diesen schönen Sieg.
LASS UNS IN VERBINDUNG BLEIBEN!
Wir möchten dir gerne die neuesten Neuigkeiten und Angebote im Newsletter zukommen lassen.
Unterstütze unsere Arbeit
Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.
JETZT SPENDEN→