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Tierwelt

EU-Meerespakt: Schutz von Meerestieren verfehlt

Am 10. Juni kündigte die Präsidentin der Europäischen Kommission von der Leyen den ersten europäischen Ozeanpakt an, der mit 1 Milliarde Euro zum Schutz der Meereslebewesen und zur Stärkung der blauen Wirtschaft ausgestattet ist.

Redaktion Wild beim Wild — 24. Juni 2025
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Doch inmitten der Dynamik des Meeresschutzes wurden die Wassertiere wieder einmal zurückgelassen.

Der Europäische Ozeanpakt war Teil des Auftrags, den der Kommissar für Fischerei und Ozeane, Costas Kadis, im September letzten Jahres erhielt. Ziel des Pakts ist es, die Kohärenz aller Politikbereiche im Kontext der Ozeane zu gewährleisten, widerstandsfähige und gesunde Ozeane und Küstengebiete zu unterstützen, die blaue Wirtschaft zu fördern, die Nutzung unserer Meere und Ozeane kohärent zu verwalten und eine umfassende Agenda für Meereswissen, Innovation und Investitionen zu entwickeln.

Mehrere Initiativen des Pakts sind vielversprechend, wie z. B. der Vorschlag für ein Meeresgesetz im Jahr 2027, strengere Nachhaltigkeitsanforderungen für importierte Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse und die Unterstützung für die Ausweitung der Algenproduktion in der EU.

Da die EU jedoch einen Kurs in Richtung einer nachhaltigeren Meeresbewirtschaftung einschlägt, darf der Tierschutz nicht auf der Strecke bleiben. Tierschutznormen für Wassertiere entsprechen sowohl den Werten der Bürger als auch den Erwartungen der Industrie und sollten fester Bestandteil der EU-Meeresagenda sein.

Mehr als 155 Organisationen, die vom Aquatic Life Institute über die Aquatic Animal Alliance koordiniert wurden, haben im Vorfeld der UNO-Ozeankonferenz 2025 (UNOC3) eine gemeinsame Position vorgelegt. Ihre Botschaft war klar: Wenn wir die Massnahmen für den Ozean wirklich beschleunigen wollen, müssen wir die Definition von Nachhaltigkeit um das Wohlergehen von Wassertieren erweitern und Investitionen und Innovationen im Lebensmittelsystem auf ökologisch vertretbare, tierschutzfreundliche Alternativen umstellen.

Die auf der UNOC3 angenommene politische Erklärung „Unser Ozean, unsere Zukunft: Gemeinsam für dringende Massnahmen“ stellte jedoch keine Verbindung zwischen biologischer Vielfalt und Tierschutz her und verpasste damit eine weitere wichtige Gelegenheit.

Währenddessen hat die World Federation for Animals beim Dialog über Ozean und Klimawandel in Bonn auf die entscheidende Rolle hingewiesen, die Meerestiere für die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel spielen.

Deshalb fordert die Eurogroup for Animals weiterhin eine spezielle EU-Gesetzgebung zum Schutz von Wassertieren, die sowohl die Aquakultur als auch die Fischerei umfasst. Dies muss ein zentrales Element bei der Modernisierung der EU-Tierschutzgesetze und der Überprüfung der Gemeinsamen Fischereipolitik sein.

Milliarden von Wassertieren erleiden in den derzeitigen Systemen unnötiges Leid, weitgehend ohne rechtlichen Schutz. Während die EU ihre Meeresagenda vorantreibt, ist es an der Zeit, den Tierschutz aus der Versenkung zu holen.

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