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Jagd

Wallis: Hobby-Jäger erschiesst Ziegenbock im Gehege

Das Gewaltmonopol gehört in die Hände des Staates und nicht an Hobby-Jäger-Banden delegiert.

Redaktion Wild beim Wild · 28. November 2019

Werner Brenzikofer (72), Besitzer einer kleinen Ziegenherde in Maragnènes oberhalb von Sion, war in der Nähe seiner Tiere, als er ein Pfeifen hörte. Es war eine Kugel, die einen Ziegenbock namens Patrick traf.

Der Ziegenbock machte einen Sprung, drehte sich um und sackte zusammen, sagt sein Besitzer.

Besitzer war nur 2 Meter entfernt

Werner Brenzikofer versuchte, dem Tier noch zu helfen. Vergebens. Der Bock ist tot. Dann glaubte Brenzikofer, er habe jemanden gesehen, der die Gegend verlassen hat, ohne ihn identifizieren zu können.

Der Tierfreund lässt seiner Trauer und seinem Zorn in der örtlichen Zeitung «Le Nouvelliste» freien Lauf. «Ich sorge mich so sehr um meine Tiere. Ich verwöhne sie jeden Tag. Ich wurde krank, als mein Ziegenbock starb», sagt er. Und fügt hinzu: «Um 2 Meter hätte ich diese Kugel abbekommen können.»

Gehege mitten im Jagdgebiet

War der Ziegenbock wirklich ein Ziel? Dies wäre besorgniserregend. Das Gehege mit den Tieren befindet sich am Rande des Waldes mitten in einem Jagdgebiet.

Das Amt für Jagd und Fischerei hat Ermittlungen aufgenommen.

Ebenfalls im Monat November und im Kanton Wallis wurde ein 130 Kilogramm schweres Lama von einem Hobby-Jäger erschossen, der glaubte, ein Reh zu sehen. Solche Jagdunfälle häufen sich in der Schweiz.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

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