13. Juni 2026, 22:33

Suchen

Jagd

Schweizer Zecken tragen mehrere Krankheitserreger

Schweizer Zecken sind gefährlicher als angenommen, zeigt eine Studie der Universität Zürich.

Redaktion Wild beim Wild — 14. November 2023
Als Quelle speichern! 🔥

In fast jeder Zecke wurden Viren oder Bakterien gefunden.

Wissenschaftler der Universität Zürich haben für eine Studie Schweizer Zecken unter die Lupe genommen.: «Fast jede Zecke kann einen potenziell krank machen», sagte der an der Studie beteiligte Virologe Cornel Fraefel von der Universität Zürich (UZH). «In vielen Zecken haben wir mehrere Krankheitserreger gleichzeitig gefunden.»

Das neuartige Alongshan-Virus fanden die Forscher fast doppelt so häufig wie Zecken, die FSME-Erreger mit sich trugen.

Das Alongshan-Virus (ALSV) wurde dabei in fast doppelt so vielen Zecken (7,6 Prozent) nachgewiesen, wie das bekannte von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis Virus (FSME-Virus) (4,2 Prozent). Wie gefährlich ALSV ist, ist allerdings noch nicht klar. «Die Entdeckung von ALSV ist so neu, dass man noch nicht sagen kann, ob es für die öffentliche Gesundheit in der Schweiz relevant ist», betonte Fraefel. Gemäss einer Studie aus China gleichen die Symptome denen von FSME.

Die Forschenden untersuchten für ihre Studie über 10’000 Zecken in zehn Kantonen, die hier farbig markiert sind. In den eingegrauten Kantonen wurden keine Zecken untersucht.

Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen hat der Virologe die RNA und DNA von über 10’000 Zecken aus ländlichen und städtischen Gebieten in zehn Kantonen extrahiert, und in dieser nach Viren gesucht. Zudem wurden die Zecken mit PCR-Tests auf verschiedene Bakterien getestet. Die Resultate wurden am Montag im Fachblatt «Plos One» veröffentlicht.

Eine Studie deutet darauf hin, dass das Aussterben von Mäuse jagenden Beutegreifern, insbesondere der Fuchs, Ursache für die steigende Anzahl der von zeckenübertragenden Erkrankungen ist.

Überraschend viele Bakterien in Zecken gefunden

«Wir waren überrascht davon, in wie vielen Zecken wir Bakterien gefunden haben», sagte Fraefel. So wurden 77,2 Prozent der untersuchten Zecken positiv auf mindestens einen nicht-viralen Krankheitserreger getestet. Bei den in Stadtgebieten gesammelten Zecken waren es sogar 83,9 Prozent der Zecken, die mindestens ein nicht-virales Pathogen enthielten.

Am häufigsten wurden dabei Bakterien der Gruppe Rickettsien gefunden, die eine ganze Reihe an Krankheiten, sogenannte Rickettsiosen auslösen können. Dazu gehört die Anaplasmose, die Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen verursachen kann.

Aber auch Borrelien, die für Borreliose verantwortlich sind, wurden in vielen Zecken nachgewiesen. In städtischen Gebieten in 8,2 Prozent der Zecken, in ländlichen Gebieten in 1,9 Prozent.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

LASS UNS IN VERBINDUNG BLEIBEN!

Wir möchten dir gerne die neuesten Neuigkeiten und Angebote im Newsletter zukommen lassen.

Unterstütze unsere Arbeit

Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Jetzt spenden