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Kriminalität & Jagd

Deutschland: Zunahme illegaler Wolfstötungen ist alarmierend

Mit Blick auf die neuen vorgelegten offiziellen Zahlen zur Entwicklung von Wölfen in Deutschland bezeichnet der NABU die steigende Zahl der illegalen Wolfstötungen als alarmierend. Allein in diesem Jahr wurden bereits acht Wölfe mit Schussverletzungen tot aufgefunden. Seit 2000 wurden damit bisher bundesweit 35 Tiere illegal geschossen. Die Dunkelziffer an illegaler Bejagung ist mit grosser

Redaktion Wild beim Wild — 23. November 2018

Mit Blick auf die neuen vorgelegten offiziellen Zahlen zur Entwicklung von Wölfen in Deutschland bezeichnet der NABU die steigende Zahl der illegalen Wolfstötungen als alarmierend. Allein in diesem Jahr wurden bereits acht Wölfe mit Schussverletzungen tot aufgefunden. Seit 2000 wurden damit bisher bundesweit 35 Tiere illegal geschossen. Die Dunkelziffer ist mit grosser Wahrscheinlichkeit viel höher.

Forsa-Umfrage 2018
Forsa-Umfrage 2018: Einstellungen gegenüber Wölfen

«Illegale Tötungen von Wölfen sind kein Kavaliersdelikt und gehören strengstens geahndet. Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden», sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Neben der Bedrohung durch menschliche Bejagung ist für viele Wölfe der Strassenverkehr die grösste Gefahr: Alleine dieses Jahr kamen 50 Wölfe im Strassenverkehr zu Tode.

73 Rudel, 30 Paare, drei Einzeltiere

73 Rudel, 30 Paare und drei territoriale Einzeltiere – das sind die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) offiziell vorgelegten Bestandszahlen aus dem Monitoringjahr 2017/18.

«Dieser Zuwachs der Territorien von rund 27 Prozent ist aus biologischer Sicht vollkommen normal für die Entwicklung der Wolfspopulation. Einen günstigen Erhaltungszustand hat die Population dennoch noch nicht erreicht», so NABU-Wolfsexpertin Marie Neuwald.

Bejagung ist kein Herdenschutz

Der NABU kritisiert Vertreter aus Politik und Landwirtschaft sowie Teile der Jagdlobby, die immer wieder aufs Neue eine Bejagung der Wölfe fordern. «Abschussquoten von Wölfen helfen keinem einzigen Weidetier, solange die Herde nicht möglichst wolfssicher geschützt wird. Bejagung ist kein Herdenschutz», so Neuwald.

Guter und praktikabler Herdenschutz bleibt das A und O und muss entsprechend gefördert werden – daran führt kein Weg vorbei.

NABU

In sieben Bundesländern sind Wölfe territorial ansässig, in allen anderen Flächenländern ausser dem Saarland wurden durchziehende Wölfe nachgewiesen. Mehr zu Wildtieren und zur Biodiversität.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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