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Jagd

Deutschland: Tierversuche an Rotkehlchen

In Oldenburg werden freilebende Rotkehlchen gefangen, um sie grausamen Experimenten auszusetzen, und dies seit mindestens 14 Jahren. In einem einzelnen Versuch mussten 92 Rotkehlchen leiden. In einem anderen Versuchsprojekt wurden 40 Rotkehlchen geköpft. Als „reine Neugierforschung“ kritisiert dies der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche in einer Stellungnahme und fordert mit einer Online-Petition den Stop der

Redaktion Wild beim Wild — 10. August 2018

In Oldenburg werden freilebende Rotkehlchen gefangen, um sie grausamen Experimenten auszusetzen, und dies seit mindestens 14 Jahren. In einem einzelnen Versuch mussten 92 Rotkehlchen leiden. In einem anderen Versuchsprojekt wurden 40 Rotkehlchen geköpft. Als «reine Neugierforschung» kritisiert dies der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche in einer Stellungnahme und fordert mit einer Online-Petition den Stopp der Experimente. Wildvögel gehören in die Natur und nicht ins Versuchslabor!

Grausame Experimente am Navigationssinn

Um den Navigationssinn von Zugvögeln zu erforschen werden Rotkehlchen auf dem Campus der Universität Oldenburg wild gefangen und am Institut für Biologie und Umweltwissenschaften gehalten. Für die Versuche werden die Tiere mehrfach einzeln in einen kleinen Kasten gesetzt, der mit speziellem Papier ausgekleidet ist. Bei seinen vergeblichen Flugversuchen in die ihm angeborene Zugrichtung hinterlässt der Vogel Kratzspuren, die von den Experimentatoren ausgewertet werden. Dann werden die Vögel starken Magnetfeldern ausgesetzt, um ihren Navigationssinn zu stören und sie orientierungslos zu machen. In einem anderen Versuchsprojekt werden 40 Rotkehlchen geköpft, um ihre Augennetzhäute zu untersuchen.

«Allein das Einfangen und die Käfighaltung sind bereits mit erheblichem Stress und Angst für die scheuen Tiere verbunden», erklärt Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende des Vereins Ärzte gegen Tierversuche. «Sicher ist es interessant, herauszufinden wie Zugvögel navigieren und niemand hat etwas gegen Neugier als Triebfeder der Grundlagenforschung, solange keine Tiere dabei zu Schaden kommen», sagt Tierärztin Gericke. Die Erforschung des Zugverhaltens von Vögeln ist ethisch vertretbar auch durch nicht-invasive Methoden möglich, etwa durch Freilandbeobachtungen.

Petition

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Volkswagen-Stiftung als Sponsor

Bereits 2007 hat der Verein gegen die Oldenburger Singvogel-Versuche mobil gemacht. Damals wie heute ist die Volkswagen-Stiftung ein massgeblicher Sponsor. Erst vor wenigen Wochen kam es in Berlin zu massiven Protesten wegen geplanter Tierversuche an Nachtigallen, denen Elektroden in das Gehirn eingepflanzt werden sollen, vorgeblich, um autistischen Kindern zu helfen. «Eine solche Begründung ist natürlich nur vorgeschoben, um die Neugierforschung zu rechtfertigen», so Gericke. In Oldenburg gibt es nicht einmal einen vorgeblichen medizinischen Grund. «Letztendlich geht es den Experimentatoren darum, Fachartikel zu veröffentlichen, was das Mass aller Dinge in der Wissenschaftswelt ist.»

Die genannten Versuche können in der Datenbank des Ärztevereins, www.datenbank-tierversuche.de, unter der jeweiligen Dokumenten-ID nachgelesen werden. Mehr zu Tierrechten.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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