Buremärit wurde in Münsingen wegen unzureichender Tierhaltung angezeigt
Der Schweizer Tierschutz und das Amts für Veterinärwesen liessen am Buremärit kein gutes Haar.
Der Buremärit in Münsingen geriet nicht nur in die Kritik des Schweizer Tierschutzes aufgrund mangelhafter Tierhaltung.
Jean-Jacques Fünfschilling, der als «Vater des Buremärits» gilt, steht in der Verantwortung für die Vorfälle, die 2022 zu Bussgeldern führten.
Der Tierschutz beanstandete, dass die meisten Tiere überfordert gewesen seien. So wurden etwa «Haus- und Perlhühner mit Schnabelatmung» gesichtet, Reisfinken hätten sich »verängstigt in die Ecke des Käfigs» gedrängt, und Esel hätten «zusammengepresste Nüstern und angelegte Ohren» aufgewiesen.
Auch seien der Lärm und die Temperatur hoch gewesen. Zudem notierte der Tierschutz «lieblose und unzureichend eingerichtete Käfige ohne Rückzugsmöglichkeiten».
Im August und September besuchten auch noch Angestellte des kantonalen Amts für Veterinärwesen den Anlass. Sie registrierten, dass «einige Käfige auf dem Boden standen», viele Gehege keine Rückzugsmöglichkeit für die Tiere boten, die Tiere «zur Präsentation aus den Käfigen genommen und den Besuchern zum Streicheln überlassen» wurden. Überdies hustete ein Pony und hatte «schleimigen Nasenfluss».
In der Folge erliess die Berner Staatsanwaltschaft Strafbefehle wegen der Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz – einerseits gegen Fünfschilling, der die Busse «zähneknirschend» akzeptierte, anderseits gegen einen Mann, der für die Kontrollen zuständig gewesen sein soll. Er erhob Einsprache, deshalb landete der Fall vor Gericht, schreibt die Berner Zeitung.
Mit dem Rückzug von Fünfschilling übernimmt nun Susanne Schneider die Leitung des Buremärits und setzt auf konstruktive Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt und dem Tierschutz. Sie betont die Wichtigkeit der artgerechten Tierhaltung und sieht den Buremärit als eine bessere Plattform für den Verkauf von Tieren als das Internet.
Schneider ist bereit, mit den kritischen Institutionen zu arbeiten und hat einige Verbesserungen seit ihrem Amtsantritt festgestellt. Die Herausforderungen liegen vor allem im Andrang der Besucher und der begrenzten Ausstellungszeit.
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