Jagd

Boxing Day Paraden zeigen die Brutalität der Fuchsjagd

Trotz eines Verbots haben Tierschützerinnen und Tierschützer in Grossbritannien zuletzt Dutzende illegale Fuchsjagden gezählt.
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Neue Zahlen, die heute veröffentlicht wurden, zeigen sowohl das Ausmass der Fuchsjagd, die immer noch stattfindet, als auch die Verwüstungen, die die Jagd für Menschen und Gemeinden in England mit sich bringt.

Der Boxing Day (26. Dezember) gilt als wichtigster Tag im britischen Jagdkalender. Landesweit werden rund 200 Paraden erwartet, anschliessend finden Schleppjagden statt. Dabei hetzen Hunde einer künstlichen Geruchsspur hinterher. Die Jagd auf lebende Füchse ist seit 2005 in England und Wales verboten, in Schottland bereits etwas länger.

Die Tierschützer werfen den Hobby-Jägern allerdings vor, die „Trail Hunts“ zu missbrauchen, um unter dem Deckmantel der Legalität doch lebende Tiere zu jagen. Zudem kritisieren sie, dass selbst bei der Jagd auf künstliche Spuren die Hunde häufig vom Geruch lebender Tiere abgelenkt würden und dann diesen hinterher hetzten.

Die von der nationalen Tierschutzorganisation League Against Cruel Sports (Liga gegen grausame Sportarten) zusammengestellten Zahlen zeigen, dass in nur fünfeinhalb Wochen zwischen dem 1. November und dem 7. Dezember 2022 303 Fälle von mutmasslich illegaler Jagd oder Jagdverwüstung gemeldet wurden.

Der Liga zufolge zeigen die Zahlen die negativen Auswirkungen der Jagd auf Wildtiere, ländliche Gemeinden, das Leben der Menschen und ihren Lebensunterhalt.

Emma Judd, Leiterin der Abteilung Kampagnen und Kommunikation bei der Liga gegen grausame Sportarten, sagte: „Die Menschen sehen heute die Jagden und wissen nicht, dass sich hinter dem schönen Schein ein sogenannter Sport verbirgt, bei dem Menschenleben auf Strassen und Schienen gefährdet sind, Vieh durch ausser Kontrolle geratene Hunde verängstigt wird und in einigen Fällen auch Haustiere getötet werden.

Unsere heute veröffentlichten Zahlen belegen die negativen Auswirkungen der Jagd auf die ländlichen Gemeinden und zeigen deutlich, dass es Zeit für Veränderungen ist. Nur durch eine Verschärfung des Jagdrechts können Gemeinden, Wildtiere und ländliche Werte geschützt werden.

Die Zahlen gliedern sich in 95 Berichte über mutmasslich illegale Jagd trotz des Verbots der Fuchsjagd, 78 Berichte über sichtbar verfolgte Füchse, wobei acht Tötungen gemeldet wurden und drei mutmassliche Tötungen.

Es gab 208 Fälle von Jagdunruhen, bei denen Hobby-Jäger und ihre Jagdhunde auf Strassen und Schienen marodierten, Vieh beunruhigten, Haustiere verfolgten, Menschen einschüchterten und die Öffentlichkeit in psychische Not brachten.

Die Berichte betrafen 71 verschiedene Fuchsjagdmeuten in 37 Grafschaften.

Die Grafschaften mit der höchsten Gesamtzahl mutmaßlicher illegaler Jagden und Jagdverwüstungen waren Dorset (39), Yorkshire (30), Somerset (22), Warwickshire (21) und Gloucestershire (19).

Die schlimmsten Übeltäter waren die Blackmore and Sparkford Vale Hunt an der Grenze zwischen Somerset und Dorset, die Warwickshire Hunt und die Duke of Beaufort’s Hunt in Gloucestershire.

Von der Liga in Auftrag gegebene und von Find Out Now und Electoral Calculus unabhängig durchgeführte Umfragen in ganz Grossbritannien ergaben, dass mehr als drei Viertel der Wähler (78 %) eine Verschärfung der Jagdgesetze befürworten und mehr als die Hälfte (55 %) eher für einen Kandidaten stimmen würden, der eine Verschärfung unterstützt.

Ländliche Wähler in ganz Grossbritannien sprachen sich ebenfalls für eine Verschärfung des Jagdgesetzes von 2004 aus (76 %), wobei 54 % eher für einen Kandidaten stimmen würden, der eine Verschärfung unterstützt.

Emma fügte hinzu: „Der blutrünstige und schändliche Sport der Fuchsjagd ist bei der britischen Bevölkerung, die eine Verschärfung der Jagdgesetze wünscht, massiv unbeliebt, und es ist an der Zeit, dass die Regierung sich der öffentlichen Meinung anschließt.