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Botswana: Gegen 90 Elefanten bei Naturschutzgebiet gewildert

In der Nähe eines berühmten Naturschutzgebietes in Botswana wurden laut Naturschützer die Kadaver von fast 90 Elefanten gefunden.

Redaktion Wild beim Wild — 3. September 2018
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In der Nähe eines berühmten Naturschutzgebietes in Botswana wurden laut Naturschützer die Kadaver von fast 90 Elefanten gefunden.

Laut der Organisation Elephants Without Borders, die eine Luftbildaufnahme durchführte, ist es das grösste Wilderei-Massaker, das Afrika je gesehen hat. Und zwar in der Nähe des geschützten Naturschutzgebietes des Okavango Deltas, das Touristen aus der ganzen Welt anzieht.

Der Fund hängt direkt mit der Entwaffnung der Anti-Wilderei-Einheit von Botswana zusammen, wie die BBC schreibt.

Grösstes Wilderei-Massaker Afrikas

Botswana Elefanten Wilderei
Schlafende Elefanten. Foto: Elephants Without Borders

Botswana hat die grösste Elefantenpopulation der Welt. Wilderer beginnen sich jedoch nun im Land auszubreiten. Der Wissenschaftler, der die umfangreiche Untersuchung am Tatort durchgeführt hat, sagte, dass viele der 87 toten Elefanten erst vor wenigen Wochen wegen ihren Stosszähnen getötet wurden – und dass in den letzten drei Monaten auch fünf weisse Nashörner gewildert wurden.

«Ich bin schockiert, ich bin vollkommen erstaunt. Das Ausmass der Elefantenwilderei ist bei weitem das Grösste, was ich bisher irgendwo in Afrika gesehen oder gelesen habe», sagte Dr. Mike Chase von Elephants Without Borders.

Fototourismus statt Trophäenjagd

Elefanten Wilderei Botswana
Elefanten Wilderei Botswana. Foto: Elephants Without Borders

Laut der Zählung im Jahr 2015 sind ein Drittel der afrikanischen Elefanten in den letzten zehn Jahren getötet worden und 60 Prozent der tansanischen Elefanten in nur fünf Jahren. Mit 130’000 Elefanten wurde Botswana letztes Heiligtum in Afrika für die Elefanten.

Der Präsident von Botswana erklärte Ende 2012, die Regierung werde die Trophäenjagd ab 2014 ganz verbieten, weil diese nicht mit dem Artenschutz zu verbinden sei und zudem die lokale Tourismusindustrie gefährde. Den Jagdeinnahmen von 20 Millionen Dollar standen 2013 Einnahmen aus Fotosafaris in Höhe von 350 Millionen Dollar entgegen. In Botswanas Okavango-Delta schafft der Fototourismus bereits 39 Mal mehr Jobs als die Hobby-Jagd.

Entwaffnung der Anti-Wilderer-Einheit

Die neue Regierung entwaffnete jedoch ihre Anti-Wilderer-Einheiten im Mai – einen Monat nachdem Präsident Mokgweetsi Masisi in sein Amt vereidigt wurde. Naturschützer fürchten, dass das Ausmass dieses neuen Wildereiproblems ignoriert wird, da es schlecht für den Ruf des Landes ist.

«Dies erfordert dringende und sofortige Massnahmen der Regierung Botswanas», sagte Chase von Elephants Without Borders. PETAs Vorsitzende Ingrid Newkirk wandte sich in einem Schreiben an Botswanas Präsidenten und appellierte, die Entwaffnung der Anti-Wilderei-Einheit umgehend rückgängig zu machen. Mehr zu Kriminalität und Hobby-Jagd.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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