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Jagd

Kroatien: Bischof schiesst auf Mann statt auf Wildschwein

In Kroatien schiesst ein Bischof bei einer Treibjagd auf einen Mann statt auf ein Wildschwein. Der Vorfall sorgt für internationale Empörung.

Redaktion Wild beim Wild — 16. Januar 2019

Etwas vom Schwierigsten im Leben ist es, das umzusetzen, was man selbst predigt. Vjekoslav Huzjak ist für sein Jagd-Faible bekannt. Doch nun zieht der kroatische Bischof mit einem folgenschweren Fehlschuss Kritik auf sich. Denn statt eines Wildschweins trifft der 58-Jährige einen anderen Hobby-Jäger.

Jagdunfall sorgt für öffentliches Aufsehen

In Kroatien sorgt dieser Jagdunfall mit Beteiligung eines katholischen Bischofs für öffentliches Aufsehen. Wie die Zeitung «Vecernji List» berichtete, hat der Diözesanbischof von Bjelovar-Krizevci, Vjekoslav Huzjak, offenbar am vergangenen Freitag bei einer Wildschweinjagd versehentlich einen an die 100 Meter entfernten anderen Hobby-Jäger angeschossen. Das 64-jährige Opfer wurde mit einer schweren Oberschenkel-Verletzung in ein Spital gebracht, ist nach Polizeiangaben aber nicht in Lebensgefahr. Solche Vorfälle sind kein Einzelfall – die Kriminalität rund um die Hobby-Jagd ist weitverbreitet.

Die Polizei bestätigte den Jagdunfall, ohne den Namen des Bischofs zu nennen. Gegen den Bischof, der eigentlich einen Keiler habe treffen wollen, werde ein Strafverfahren eingeleitet, hiess es in einer Mitteilung.

Kritik in sozialen Netzwerken

Huzjaks Diözese Bjelovar-Krizevci veröffentlichte eine Erklärung zu dem Vorfall. Darin hiess es, der Bischof bringe «sein tiefes Bedauern über das, was passiert ist, zum Ausdruck und wünscht dem verletzten Hobby-Jäger eine schnelle Genesung». Aus Kirchenkreisen hiess es: «Das ist etwas Ungewöhnliches und so etwas ist in der jüngsten Geschichte unserer Kirche noch nie passiert.»

Örtlichen Medien zufolge ist Bischof Huzjak als eifriger Hobby-Jäger bekannt. In sozialen Online-Netzwerken erntete der katholische Geistliche wegen des folgenreichen Fehlschusses zumeist Kritik. «Das passiert, wenn Priester ein Gewehr halten, statt am Altar zu bleiben – Amen!», schrieb eine Frau auf Facebook. Ein Mann wetterte: «Was tut ein Bischof bei der Jagd? Gottes Geschöpfe töten? Ist das nicht gegen seinen Dienst und den Glauben, den er predigt?» Warum die Hobby-Jagd grundsätzlich ein Tierschutzproblem darstellt, zeigt das gleichnamige Dossier.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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