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Jagd

Waschbären: Voreingenommenheit bei invasiven Arten

Leider gibt es eine neue Pressemitteilung des Senckenberg-Instituts: „Unterschätzte Gefahr: Schäden durch invasive Arten werden unterschätzt“. Grossangelegte Umfrage zeigt die Sicht verschiedener Interessengruppen auf eingewanderte Tiere und Pflanzen. Dabei geht es überwiegend um die Waschbären. 

Redaktion Wild beim Wild — 21. Juni 2024

Und schon wieder erscheint von ZOWIAC rund um Herr Prof. Sven Klimpel eine „Studie“ über invasive Arten, die allerdings voreingenommen geplant und ausgewertet worden ist und der Sündenbock von Anfang an ganz klar fest stand: der Waschbär!

Inzwischen stehen 88 invasive gebietsfremde Arten auf der EU-Liste 2022 der invasiven Arten, davon 33 Wirbeltiere, aber durch die enorme Hetzkampagne gegen den Waschbären in den Medien wurde er in dieser Umfrage von allen befragten Gruppen an erster Stelle genannt gefolgt von der Nutria, während die Nilgans nur einmal an dritter Stelle genannt wurde.

Der Titel der Pressemitteilung des Senckenberg-Instituts „Unterschätzte Gefahr: Schäden durch invasive Arten werden unterschätzt“ ist absurd.

Unterschätzt? Wenn aber die tatsächlichen Schäden durch invasive Arten und die damit verbundenen Kosten gar nicht bekannt sind, wie kann es dann zu einer „Unterschätzung“ kommen?

Nicht mal die Bundesumweltministerin kennt Schäden und Kosten der invasiven Arten, wie es in offiziellen Anfragen von Parteien mitgeteilt wurde.

Weltweit und europaweit sind ganz andere Tiere als invasiv gelistet, nämlich Tiere, die nicht auf der EU-Liste stehen, darunter sogar Haustiere wie die Katze, dann das Kaninchen, die Ratte, das Schwein, der Wolf, der Fuchs und unter IAS die Nutria, die Bisamratte und der Mink, aber KEIN WASCHBÄR!

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0048969722065780

Auch bei den Kosten der Schäden durch invasive Tiere in Deutschland wird der Waschbär in allen Veröffentlichungen zu den Kosten der IAS nicht erwähnt. Und überhaupt werden für Säugetiere nur sehr geringe Kosten angegeben und diese entstehen nur für das Management aller invasiven Säugetiere.

https://hal.science/hal-03410327/document
https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s10530-021-02568-7.pdf

Ist es das Ziel von Herrn Klimpel, dass der Waschbär in Deutschland und vielleicht in Europa zum grössten Schädling unter den Wildtieren erklärt wird und Herr Klimpel allein in der Lage ist, festzulegen und der Politik zu sagen, wie das arme Tier bejagt und stark eingedämmt werden muss, bis hin zur fast Ausrottung? Das scheint wirklich so zu sein, wenn Herr Klimpel überall verkündet, dass ein Managementplan für den Waschbären notwendig ist, obwohl bereits seit 2018 Managementmassnahmen erarbeitet und von allen Bundesländern übernommen wurden.

Es lohnt sich schon, bestimmten Parteien fadenscheinige Gründe zu liefern, um dann mit neuen Verordnungen Wildtiere noch intensiver und mit neuen Mitteln zu bejagen.

Wie will Herr Klimpel auf der Basis seiner Umfrage („Identifying opportunities for invasive species management“) überhaupt Gelegenheiten für das Management von invasiven Arten (= von einem Tier = Waschbär) identifizieren?

Gerade er als Parasitologe und Infektiologe, ohne direkte Kenntnisse der Wildbiologie? Wenn man gegen den Waschbären etwas veröffentlicht, wird man immer belohnt.

So ist es! Auf Vorschlag des hessischen Landesjagdverbandes hat Herr Klimpel den hessischen Ehrenpreis für Wildtierschutz erhalten. Dieses für die Untersuchungen von lediglich 108 Mägen von Kadavern von Waschbären, die durch Hobby-Jäger getötet und dann für ZOWIAC ausgewählt wurden. Und wenn darin allein drei Reptilien gefunden wurden, heisst es dann, dass die Waschbären die Reptilien als „Nahrungsquelle“ nutzen würden. (siehe Kurzbericht in der Deutschen Jagdzeitung): ein WITZ!

Das grosse Problem bzw. Drama für den Tierschutz ist, dass mit bestimmten Wissenschaftlern es unmöglich ist, sich über deren Ergebnisse und Publikationen zu unterhalten, da sie zum einen fachlichen Austausch nicht bereit sind und daher nie antworten.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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