Abschussmoratorium für den Wolf gefordert
Der Verein Wildtierschutz Schweiz fordert vom Bundesrat und die National-/ Ständerät:Innen in einem offenen Brief einen sofortigen Abschussstopp für sämtliche Wölfe und ein Moratorium solange es keinen zwingenden Herdenschutz gibt.

Kaum ein anderes Tier / Thema polarisiert zurzeit mehr in der Schweiz als der Wolf.
Fronten enorm verfahren
Schlagzeilen füllen die Medien, Abschüsse werden gerade im halb Dutzend gefordert und der Bundesrat ändert eine vom Volk abgelehnte Jagdverordnung nach freiem Gutdünken. Die Fronten sind enorm verfahren, sachlich wird schon längst nicht mehr diskutiert und ein Bündner Regierungsrat ruft öffentlich quasi zur Wilderei gegen den Wolf auf.
Auf dieser Basis eine vernünftige Wolfspolitik zu betreiben ist unmöglich, daher verlangt der Verein Wildtierschutz Schweiz von Bundesrätin Sommaruga ein sofortiges Moratorium mit einem Abschussstopp. So lange die gesetzlichen Grundlagen für einen Abschuss nicht klarer definiert und überprüfbar sind, müssen Abschussverfahren gegen Wölfe eingestellt werden.
Desinformation und Stimmungsmache
Es kann nicht angehen, dass auf Grund von ungenauen Angaben, Desinformationen und unbestätigten Augenzeugenaussagen Abschussbewilligungen erteilt werden. Der Wildtierschutz Schweiz verurteilt diese unsachgemässe Informationspolitik auf schärfste und fordert ein Abschussmoratorium.
Auch die Informationspolitik des Amtes für Jagd und Fischerei Graubünden ist nicht seriös und objektiv. Aussagen wie «plausibler Darlegung» lassen stark an deren Korrektheit zweifeln. Hetzerische Aussagen wie «Wölfe mit dem Potential zur Gefährdung von Menschen» sind nicht förderlich für eine objektive Wolfspolitik.
Klares Bekenntnis zum Wolf gefordert
Der Verein Wildtierschutz Schweiz verlangt ein klares Bekenntnis zum Wolf, eine verstärkte Aufklärung zum Wolfsverhalten und eine rigorose Umsetzung des Herdenschutzes. Die Schäden, die der Wolf an Nutztieren (ca. 0,28 %) anrichtet, sind im Verhältnis zu den Gesamtschäden durch Vernachlässigung bei der Sömmerung (ca. 1,8 %) marginal.
Solange diese Punkte nicht umgesetzt sind, muss der Wolf durch ein Moratorium geschützt werden. Die Berner Konvention «streng geschützt» ist unbedingt einzuhalten.
Dossier: Wolf in der Schweiz: Fakten, Politik und die Grenzen der Jagd
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