Zecken trampen auf Zugvögeln und verbreiten Krankheiten
Zecken mögen zwar klein sein, aber ihre Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit sind unbestreitbar erheblich. Zecken sind als Überträger von Krankheitserregern bekannt, die sie von verschiedenen Wirten aufnehmen, und ihre Reise endet nicht an der Ecke einer Wiese.
Die winzigen Kreaturen lassen sich stattdessen von Zugvögeln anstecken, die sie Tausende von Kilometern weit von ihrem eigentlichen Verbreitungsgebiet wegbringen.
In der Vergangenheit wurden Zecken durch die unwirtlichen klimatischen Bedingungen in fernen Ländern abgeschreckt. Aber die Klimakrise, der Elefant in unserem globalen Wohnzimmer, schreibt diese Geschichte neu.
Jetzt können Zecken leichter überleben und sich ausbreiten – und möglicherweise neue, von Zecken übertragene Krankheiten mitbringen.
Der Klimawandel begünstigt durch Zecken übertragene Krankheiten
„Wenn die Bedingungen für tropische Zeckenarten günstiger werden, um sich in Gebieten zu etablieren, in denen sie zuvor erfolglos waren, besteht die Möglichkeit, dass sie neue Krankheiten mit sich bringen“, so der Hauptautor einer Studie, Dr. Shahid Karim.
Zecken haben ihre Effizienz als Krankheitsüberträger immer wieder unter Beweis gestellt. Sie fungieren als Verbindungsbrücke, über die Krankheiten aus wilden Reservoiren wie die Borreliose zu Menschen und Haustieren gelangen können.
Durch Vogelparasitismus, insbesondere bei Zugvögeln, können Zecken enorme Entfernungen zurücklegen. Die Klimakrise, die die globalen Temperaturen verändert, legt den Grundstein dafür, dass Zecken die Rolle einer invasiven Art übernehmen können.
Schnelle und beunruhigende Verschiebung
Die geografische Verbreitung von Zeckenarten verändert sich mit atemberaubender Geschwindigkeit, stellte Dr. Lorenza Beati von der Georgia Southern University fest.
Für Zecken könnte das Klima an ihrem nördlichen Bestimmungsort schon bald mehr wie ihre Heimat aussehen. Zecken könnten sich dort ansiedeln, wenn wärmere Bedingungen mit dem Vorhandensein geeigneter Wirbeltierwirte einhergehen.
Die Kernstudie umfasste akribische Feldarbeit, DNA-Analysen, die Kategorisierung von Vögeln und Kartierungen, um das wahre Bild der Zeckenverbreitung durch Zugvögel zu verstehen.
Erstaunlicherweise legten die Zecken beeindruckende Entfernungen zurück, wobei einige die 5000-km-Marke erreichten.
Beziehung zwischen Zecke und Bakterien
Die Wissenschaft entdeckt in der Natur oft unerwartete Allianzen. In diesem Fall fanden die Wissenschaftler heraus, dass Francisella-Bakterien, die am häufigsten in Zecken vorkommende Bakterienart, den Zecken helfen, zu funktionieren und Krankheiten effektiv zu verbreiten.
Interessanterweise waren die am zweithäufigsten vorkommenden Bakterien Rickettsia-Arten. Diese Bakterien stehen möglicherweise in einer unbekannten symbiotischen Beziehung zu den Zecken.
Die Forscher betonen, dass weitere Forschungsarbeiten erforderlich sind, um die Auswirkungen der von Vögeln unterstützten Zeckenverbreitung in vollem Umfang zu verstehen.
Insbesondere weisen sie auf die dringende Notwendigkeit hin, herauszufinden, ob Vögel zeckenübertragene Krankheiten auch dann übertragen, wenn sie keine Zecken beherbergen.
Wenn sich diese fremden Zecken in neuen Regionen etablieren, könnten sie der Ausbreitung bestehender Krankheitserreger Tür und Tor öffnen oder neue Krankheitserreger in den Reservoiren der Wildtiere halten.
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