Unkultur

Westschweizer Politiker weibeln für Tierquälerei

Stopfleber kann auch weiterhin in die Schweiz eingeführt werden. Sie wird aber explizit als Stopfleber gekennzeichnet werden müssen. Das haben die Eidgenössischen Räte beschlossen.

Das Stopfen von Gänsen und Enten ist bereits in fast allen europäischen Ländern verboten, aktuell noch mit wenigen Ausnahmen, wie z. B. Frankreich, Ungarn oder Bulgarien.

Dies, weil es in immer mehr zivilisierten Staaten nicht länger akzeptiert wird, dass Tiere – für das fragwürdige „Vergnügen“ von einzelnen Personen – enorme und unnötige Qualen erleiden müssen. Auch in der Schweiz ist die Produktion seit über 40 Jahren verboten.

Für die Produktion von Stopfleber werden junge männliche Gänse und Enten mehrmals täglich mit Metallrohren und Futter gestopft, bis ihre Leber krankhaft bis auf das zehnfache ihrer normalen Grösse anschwillt, und manchmal auch zerreisst. Die gequälten Tiere erleiden dabei auch Flügelbrüche, schmerzhafte Wunden und oft durchlöcherte Hälse. Solches erfüllt den Tatbestand der Tierquälerei und ist daher in der Schweiz selbstverständlich unter Strafandrohung verboten.

Nun ist es ausgesprochen verwerflich, wenn die Schweiz der eigenen Landwirtschaft hohe Auflagen macht und die Produktion von Tierqualprodukten verbietet, derweil jedoch derartige Qualprodukte aus dem Ausland importiert und damit unerträgliche Produktionsformen noch tatkräftig unterstützt und fördert. Repräsentative Umfragen zeigen zudem auf, dass die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ein Importverbot von Produkten aus der Stopfmast befürworten.

Es ist an der Zeit, dass auch die Schweiz solch extrem leidvolle Produktion im Ausland nicht weiter fördert.

Tierquälerei versus Apfelmus

Ada Marra, SP-Nationalrätin aus der Waadt, wies in der Debatte darauf hin, dass die Romands auch nicht den Deutschschweizern sagen würden, wann sie Apfelmus essen dürften.

Stopfleber kann auch weiterhin in die Schweiz eingeführt werden. Sie wird aber explizit als Stopfleber gekennzeichnet werden müssen. Das haben die Eidgenössischen Räte am 14.9.2023 beschlossen.

Anlass für die Debatte war eine Motion von Martin Haab (SVP/ZH). Ihr stimmte der Nationalrat im Februar 2022 noch zu. Damals befürwortete die grosse Kammer also noch ein Importverbot. Auch die vorberatende Kommission des Nationalrats hatte vor der Debatte vom 14.9.2023 beantragt, an der Motion im ursprünglichen Wortlaut festzuhalten.

In der Schweiz werden derzeit Unterschriften gesammelt für eine Volksinitiative für ein Stopfleber-Importverbot. Hinter dem Begehren steht die Organisation Alliance Animale Suisse. In der Schweiz ist das „Stopfen“ von Vögeln verboten. Nach Angaben der Alliance Animale Suisse importiert die Schweiz jährlich 200’000 Kilogramm Gänse-Stopfleber.

Barbarei und Tierquälerei sind keine Tradition oder Kultur.

Sie können mit Barmherzigkeit allen Tieren und unserem Planeten helfen. Wählen Sie Mitgefühl auf Ihrem Teller und in Ihrem Glas. Go Vegan.

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