ZDF-Reportage: Tiertransporte mit tödlichem Ausgang
"So darf man mit Tieren nicht umgehen, da könnte ich heulen", sagt Heinrich A., Fahrer eines Tiertransportes, beladen mit trächtigen Kühen, der 33 Tage lang zwischen der bulgarischen und türkischen Grenze festgehalten wurde. Die Weiterfahrt in die Türkei, dem Zielort, und auch die Rückkehr in die Europäische Union: verboten – wegen eines Behördenfehlers.
Trächtige Kühe dicht an dicht in einem LKW geladen. Die Tiere stammen aus Bandenburg. Sie sollen möglichst bald ein Kalb gebären und dann Milch liefern. / Nutzung des Bildes nur in Verbindung mit der Sendung. Keine Rechte für Social Media / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7840 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.
Filmemacher Manfred Karremann ist es gelungen, die Fahrer und ihre Tiere auch in abgeschottete Bereiche zu begleiten.
Wochenlang standen die Tiere auf engstem Raum knietief in ihren eigenen Exkrementen. Futter und Wasser waren Mangelware. Mit jedem Tag, den die Fahrer und ihre Tiere im abgeriegelten Zollbereich verbringen mussten, starben mehr Muttertiere und auf dem Transport geborene Kälber. Zum ersten Mal konnte das Schicksal der Menschen und Tiere in einer solchen Situation begleitet werden.
Kein Einzelfall laut Tierschützerinnen und Tierschützern
Auch die Tierschützerinnen und Tierschützer vor Ort waren machtlos. «Das passiert hier immer wieder», so Irene Weiersmüller von der Tierschutzorganisation Animals‘ Angels e.V.: «Es ist kein Einzelfall. Wieder ist es nur ein kleiner Fehler in den deutschen Dokumenten, der Mensch und Tier hier zum Verhängnis wird.»
Obwohl das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, das Auswärtige Amt, die deutsche Botschaft in der Türkei sowie die Europäische Union eingeschaltet waren, wurde die Rückreise des Transportes in die EU nach Bulgarien nicht zugelassen. Das Leben der Tiere war nicht zu retten. Das zuständige Veterinäramt des Landes Brandenburg, von dort stammten die Kühe, ordnete schliesslich die Euthanasie an.
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