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Jagd

Über 6000 Rehkitze vor dem Mähtod gerettet

Der Verein Rehkitzrettung rettete 2023 mit Drohnen 6’064 Kitze vor dem Mähtod. Ein neuer Rekord und eine Verdoppelung gegenüber 2022.

Redaktion Wild beim Wild — 25. Juli 2023
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Die Hauptsaison 2023 für Rehkitze ist vorbei.

Dieses Jahr bewahrte der Verein Rehkitzrettung mit seinem Drohnen 6’064 Kitze vor dem Tod in einer Mähmaschine. Wie er am 25.7.2023 mitteilte, ist das ein neuer Rekord und mehr als eine Verdoppelung im Vergleich zu 2022.

So bildete der Verein zwischen Januar und April neue Piloten aus und konnte ein Drittel mehr Teams einsetzen als noch 2022. Einige Teams profitierten von zur Verfügung gestellten Drohnen des Schweizer Tierschutzes.

Die Rehgeissen verstecken ihre Kitze im hohen Gras vor Feinden. Die Jungtiere verfügen in dieser Lebensphase über einen Duckinstinkt. Was ihnen Schutz bietet, bringt sie auch in Lebensgefahr. Die Landwirte müssen gleichzeitig ihre Wiesen mähen, was im langfristigen Durchschnitt zu Hunderten von Landmaschinen getöteten Rehkitzen und anderen Tieren im Jahr führt.

Die Rolle der Schweizer Hobby-Jäger

Was viele nicht wissen, ist, dass Schweizer Hobby-Jäger jedes Jahr über 10’000 Rehkitze abschiessen. Rehkitze haben auf Bundesebene nur eine Minimalschonzeit vom 1.2.-30.4. Der gleiche Hobby-Jäger, der am Morgen ein Rehkitz vor dem Mähtod rettet, kann am selben Abend ein Rehkitz abschiessen. Viele Hobby-Jäger tun dies, auch wegen des zarten Fleisches wegen, laut einem Aufruf von Tarzisius Caviezel im Bündner Jägermagazin. Rehkitze sind leichter zu schiessen und bei Hobby-Jägern beliebter, als ältere Tiere.

Die Weidetiere Rehe sind dämmerungs- und nachtaktiv geworden, weil sie durch die Hobby-Jäger dazu gedrängt wurden. Rehe bewegen sich nicht mehr, wie einst, über offene Felder, weil sie dort leichter erschossen werden können. So verbleiben Rehe lieber im Schutz des Waldes und beschaffen sich das Futter dort (Knospenverbiss). Das Schalenwild insgesamt hat aufgrund der jagdlichen Aktivitäten der Hobby-Jäger sein Verhalten geändert und auch seinen eigentlichen Lebensraum «erweitert». Das Wildschwein, eigentlich Waldbewohner «wütet» auf Wiesen und Feldern, das Rotwild, eigentlich Bewohner der offenen und halboffenen Landschaft, zieht sich in den Wald zurück, das Reh lebt eigentlich bevorzugt am Waldrand und irrt nun regelrecht hin und her.

Über 20’000 Wildunfälle ereignen sich Jahr für Jahr auf Schweizer Strassen und Schienen. Für den Menschen gehen die Zusammenstösse zwischen Auto und Wildtier zwar meist glimpflich aus, gleichwohl werden gemäss Bundesamt für Statistik rund 100 Personen bei Tierunfällen leicht bis schwer verletzt.

Die Todesursache beim Reh ist hauptsächlich die Hobby-Jagd, der Verkehr und Mähfahrzeuge. 2021 wurden 43’166 Rehe geschossen (Geisskitze 5’537, Bockkitze 4’676, Geiss 14’818, Bock 18’095, unbestimmt 40). Fallwild durch Verkehr (Auto und Bahn) wird mit 8’888 beziffert. Landwirtschaftliche Maschinen mit 1’460.

Die Hobby-Jagd bedeutet nicht weniger Wildtiere, sondern mehr Geburten. Durch die vielen Verluste von Jungtieren produzieren die Tiere mehr Nachwuchs. Mehr zum Thema Populationskontrolle.

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Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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