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Wildtiere

Turteltaube in der Schweiz

Die Turteltaube ist ein faszinierender Vogel, der in der Schweiz eine besondere Rolle spielt. Mit ihrem sanften, melancholischen Ruf und ihrem charakteristischen, schlanken Körperbau zieht sie die Aufmerksamkeit von Naturliebhabern und Ornithologen gleichermassen auf sich.

Redaktion Wild beim Wild — 5. Juni 2025

Die Turteltaube ist etwa 30 bis 33 cm lang und hat ein Gewicht von etwa 120 bis 200 Gramm.

Ihr Gefieder ist überwiegend braun und grau, mit leicht rötlichen Nuancen. Auffällig sind die schwarzen Halsschwingen, die sich in einem charakteristischen Streifenmuster um den Hals gruppieren. Ihre Augen sind gross und leuchtend, was ihnen einen besonders sanften Ausdruck verleiht.

In der Schweiz ist die Turteltaube vor allem in lichten Wäldern, offenen Landschaften und an Waldrändern zu finden. Sie schätzt Gebiete mit vielen Sträuchern und Hecken, die ihr Deckung bieten und gleichzeitig Futterstellen in der Nähe haben. Als Zugvogel verbringt sie die Wintermonate in Afrika und kehrt im Frühjahr in ihre Brutgebiete zurück. Der Gesamtbestand in der Schweiz ist seit den Neunzigerjahren um 40 % geschrumpft. Seit 2010 ist sie in der Schweiz auf der Roten Liste. Die letzten Bestände konzentrieren sich auf wenige Regionen in tiefen Lagen, vor allem in der Westschweiz, im Rhônetal, im Südtessin und in der Nordschweiz.

Die Fortpflanzungszeit der Turteltaube beginnt im April und kann bis in den August dauern. Das Weibchen legt normalerweise zwei Eier in ein einfaches Nest, das aus Zweigen und Gräsern besteht. Beide Elternteile beteiligen sich an der Brutpflege und der Fütterung der Küken, die nach etwa 14 bis 15 Tagen schlüpfen.

Die Turteltaube ernährt sich hauptsächlich von Samen, Früchten und Beeren. Insbesondere die Saaten von Wildkräutern und Getreide sind eine wichtige Nahrungsquelle für den Vogel. Sie sucht ihre Nahrung in offenen Feldern und Gärten, wo sie oft in kleinen Gruppen zu finden ist.

Die Turteltaube ist in den letzten Jahrzehnten in vielen Teilen Europas, einschliesslich der Schweiz, in ihrem Bestand zurückgegangen. Die Hauptgründe für diesen Rückgang sind der Verlust von Lebensräumen, intensivere Landwirtschaft und die Hobby-Jagd. Um die Turteltaube zu schützen, sind verschiedene Naturschutzmassnahmen notwendig, wie die Schaffung und Erhaltung geeigneter Lebensräume sowie regulierte Jagdpraktiken.

Die Turteltaube darf in einigen europäischen Ländern, hauptsächlich im Mittelmeerraum, beispielsweise in Spanien, Portugal, Frankreich, Italien, Malta, Zypern, Griechenland, Bulgarien, Rumänien gejagt werden, obwohl die EU-Vogelschutzrichtlinie die Jagd auf gefährdete Arten eigentlich verbietet. Die Jagdzeiten variieren je nach Land und Bundesland. In Österreich dürfen Turteltauben im Burgenland ab Mitte August, in Wien und Niederösterreich ab September geschossen werden. Über 2 Millionen dieser Vögel werden legal geschossen – jedes Jahr.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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