Totengräber Christian Lindner
FDP-Chef Christian Lindner jagt und posiert mit erlegten Tieren. Ein Porträt über die politische Verstrickung von Hobby-Jagd und Lobbyismus.
Jagdschein in weniger als 3 Wochen
Christian Lindner ist ein deutscher Politiker und Vorsitzender der Freien Demokratischen Partei (FDP).
Christian Lindner hat 2018 in einer privaten Schule bei Schwerin in weniger als 3 Wochen den Jagdschein gemacht. In der Schweiz zum Beispiel ist der Jagdschein nicht unter 18 Monate Ausbildung zu erhalten. Er ist Mitglied im Brandenburgischen und im Nordrhein-Westfälischen Jagdverband. Jetzt wird er auch noch ein bayerischer Hobby-Jäger, laut dem merkur.de.
Es gehe ihm um Naturschutz, ums Erleben des Waldes und um die «bewusste Form der Lebensmittelproduktion», erklärte er in einem Interview. Er nimmt ein paar Mal im Jahr an einer tierquälerischen Form der Jagdausübung teil, den sogenannten Drückjagden.
Hobby-Jäger und Kriminalität
«Hobby-Jäger und Sportschützen sind die unbescholtensten Bürger, die es gibt», halluzinierte Lindner anlässlich der Einreichung seines Mitgliedsantrags in Bayern.
Richtig wäre: Es gibt keine Verbände mit Rechtsstatus, deren Mitglieder dermassen in der Kriminalität verwurzelt sind, wie bei der Hobby-Jagd. Jedes Jahr gibt es mehr menschliche Verletzte und Todesopfer durch die Risikogruppe Hobby-Jäger als durch islamische Terroristen, Sekten, Mafia, Wölfe und Rockerbanden zusammen.
Gefährdung Unbeteiligter nimmt zu
Seit dem Jahr 2001 dokumentiert die Initiative zur Abschaffung der Hobby-Jagd die Opfer von Jagdunfällen und Straftaten mit Hobby-Jägerwaffen in Deutschland. Bei nicht-tödlichen Jagdunfällen und Straftaten mit Hobby-Jägerwaffen nehmen vor allem Berichte über die Gefährdung Unbeteiligter erschreckend zu.
Weiterführende Artikel
Mehr aktuelle Jagdunfälle und dokumentierte Straftaten mit Hobby-Jägern finden Sie hier: Chronik der Jagdunfälle und Straftaten bei Abschaffung der Jagd sowie in der Chronik der Jagdunfälle in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei PETA.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unseren Dossiers zur Kritik an der Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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