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TikTok fördert den Handel mit gefährdeten Wildtieren

Eine neue Untersuchung hat alarmierende Beweise dafür zutage gefördert, dass TikTok als offener Marktplatz für gefährdete Wildtiere genutzt wird, wodurch das Überleben von Arten bedroht und weltweite Naturschutzbemühungen untergraben werden.

Redaktion Wild beim Wild · 27. August 2025

Neue Forschungsergebnisse haben ergeben, dass Händler in Togo, Afrika, offen mit Tierkadavern werben und diese verkaufen, darunter auch das vom Aussterben bedrohte Pangolin.

Trotz internationaler Schutzmassnahmen floriert dieser Handel auf Social-Media-Plattformen, wo die Durchsetzung der Vorschriften versagt.

Laut der Studie, die unter anderem von Dr. Angie Elwin, Forschungsleiterin bei World Animal Protection, durchgeführt wurde, entwickelt sich TikTok zu einer Drehscheibe für den illegalen Handel mit Wildtieren. Die Forscher untersuchten 80 öffentliche Videos aus zwei Konten, die zwischen November 2022 und April 2024 gepostet wurden, und stellten Folgendes fest:

  • Über 3’500 Kadaver geräucherter Wildtiere;
  • 27 verschiedene Arten, von denen viele gesetzlich geschützt sind;
  • Mehr als 130 Weissbauch-Pangoline, eine vom Aussterben bedrohte Art, deren internationaler Handel verboten ist.

Die Videos erreichten ein grosses Publikum mit fast 1,8 Millionen Aufrufen und Tausenden von Likes und Shares. Allein ein Video mit geräucherten Pangolinen wurde mehr als 216’000 Mal angesehen.

Soziale Medien werden zum neuen Marktplatz für gefährdete Wildtiere. Sie sind leicht zugänglich und weitgehend unreguliert, was eine direkte Bedrohung für das Überleben der Arten darstellt. – Dr. Angie Elwin, Forschungsleiterin, World Animal Protection

Dieser Handel birgt Risiken, die über den Verlust der Artenvielfalt hinausgehen:

  • Tierschutz: Gefangene Tiere leiden unter extremer Grausamkeit, es gibt Berichte über Pangoline, die lebendig gekocht oder verbrannt werden.
  • Öffentliche Gesundheit: Wildfleisch von Pangolinen, Nagetieren, Mungos und Schakalen ist Träger von Zoonosen.
  • Lokale Lebensgrundlagen: Die Gemeinden sind zunehmend von einem Handel abhängig, der sowohl die Nachhaltigkeit als auch das Überleben der Arten bedroht.

World Animal Protection fordert eine dringende Regulierung des Online-Handels mit Wildtieren. Um das Überleben gefährdeter Arten zu sichern, dürfen Social-Media-Plattformen nicht zu einem sicheren Hafen für Hobby-Jäger und Wilderer werden.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unseren Dossiers zur Kritik an der Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

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