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Wildtiere

Tierfalle Rebnetz: So entschärfen Sie die Gefahr

Rebnetze im Weinbau werden zur tödlichen Falle für Vögel, Igel und Reptilien. So können Winzer die Gefahr entschärfen.

Redaktion Wild beim Wild — 1. Juli 2022

Die reifenden Trauben werden oft mit Rebnetzen gegen Vogelfrass geschützt.

Sind Rebnetze jedoch nicht korrekt montiert, sind diese ein grosses Risiko für Vögel und andere Tiere. Die Arbeitsgruppe Rebnetze hat ein Meldetool geschaffen, mit dem nicht korrekt gespannte Netze oder darin gefangene Vögel gemeldet werden können.

Wer Reben mit Netzen vor Vogelfrass schützen möchte, muss dafür sorgen, dass Wildtiere nicht zu Schaden kommen können. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass sich Vögel und Kleintiere in schlecht montierten Rebnetzen verfangen. Nicht ausreichend gespannte Netze, lose auf dem Boden liegende Netze und nach der Weinlese nicht unmittelbar entfernte Rebnetze können für Vögel und andere Tiere zum Verhängnis werden. Um weiteres Leid zu verhindern, können Fälle von nicht fachgerecht montierten Netzen oder von aus Rebnetzen befreiten Wildtieren mit dem neuen online-Meldeformular gemeldet werden.

Die allgemeine Sorgfaltspflicht verlangt von den Anwenderinnen und Anwendern von Rebnetzen eine regelmässige Kontrolle der Rebnetze, die unmittelbare Behebung allfälliger Mängel sowie die sofortige Befreiung verfangener Tiere. Wenn sich Tiere in Rebnetzen verheddern, sind diese unmittelbar und möglichst sachte aus dem Netz zu befreien. Wenn dies nicht innert wenigen Minuten gelingt, müssen die Tiere sorgfältig aus dem Netz geschnitten und von den Fäden befreit werden. Nur, wenn dies nicht gelingt und/oder, wenn Tiere verletzt sind, müssen diese sofort in die Obhut einer Pflegestation gebracht werden. Bei grösseren oder wehrhaften Tieren empfiehlt es sich, den Wildhüter zu kontaktieren.

Wenn Privatpersonen Tiere befreien, so sind Schäden an den Rebnetzen auf das Minimum zu beschränken und sofort zu melden. Für solche Fälle – sowie zur Meldung von nicht fachgerecht montierten Rebnetzen – steht neu ein 3-sprachiges Meldetool zur Verfügung.

Darin können die Koordinaten des Fundorts und die festgestellten Sachverhalte angegeben, sowie maximal drei Beleg-Fotos angehängt werden. In der Folge nehmen die regionalen Branchenvertreter Kontakt auf mit den betroffenen Rebbauern und fordern diese auf, nicht fachgerecht montierte Rebnetze sofort in Ordnung zu bringen, bzw. Rebnetze nach der Ernte unverzüglich zu entfernen. Unterlassungen und Verfehlungen in diesem Zusammenhang können zur Anzeige gebracht werden und für die betroffenen Rebbetriebe zu Sanktionen führen.

Jede Meldung ist somit ein Beitrag, Tierleid in den Rebbergen zu vermeiden und dem naturnahen und tierfreundlichen Weinbau in der Schweiz zum Durchbruch zu verhelfen.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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