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Jagd

Schweizer Hobby-Jäger jagen Primaten in Afrika

Tiere für Trophäen zu töten, ist teilweise kriminell, aber immer falsch – eine Unkultur. In den einschlägigen Zeitschriften der Jägerschaft und auf Jagdmessen werben Hobby-Jäger und Reiseveranstalter mit dem «Thrill to kill» auf der Trophäenjagd im Ausland.

Redaktion Wild beim Wild · 23. März 2021

Die Trophäenjagd rund um den Globus, früher eine Domäne von Briten und Amerikanern, boomt auch in der Schweiz.

507 Trophäen geschützter Arten in 10 Jahren

Rund 1’500 Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jäger aus der Schweiz reisten pro Jahr vor Corona um den Globus. 507 Trophäen geschützter Arten importierten diese Hobby-Jäger zwischen 2010 und 2020; darunter 56 Primaten, 31 Wölfe, 40 Braunbären, 24 Löwen, 24 Leoparden, 46 Elefanten, 2 Breitmaulnashörner, 7 Geparde und 1 Eisbär.

Wir erleben das dramatischste Artensterben seit der Dinosaurierzeit – es kann nicht angehen, dass Schweizer Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jäger sogar bedrohte und geschützte Arten allein der Trophäe wegen töten dürfen.

IG Wild beim Wild

Armutsbekämpfung oder Greenwashing?

Die Hobby-Jägerschaft stellt sich selbst gerne als Wohltäterschaft dar. Von dem Millionengeschäft profitieren vor allem ausländische Jagdreiseveranstalter, die Bevölkerung vor Ort erhält laut einer Studie der Weltnaturschutzunion (IUCN) bestenfalls einen «Hungerlohn»: jährlich nur 0,3 US-Dollar pro Person.

Auch das Totschlagargument Arbeitsplätze greift nicht: gerade mal 15’000 Teilzeit-Arbeitsplätze schafft die Hobby-Jagd laut IUCN-Bericht in den acht wichtigsten afrikanischen Jagdländern. Der Fototourismus hingegen erwirtschaftet Milliardenbeträge und schafft ein Vielfaches an Arbeitsplätzen.

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Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

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