8. Mai 2026, 12:34

Geben Sie oben einen Suchbegriff ein und drücken Sie Enter, um die Suche zu starten. Drücken Sie Esc, um den Vorgang abzubrechen.

Kriminalität & Jagd

Schwedischer Hobby-Jäger im Endstadium tötet 10 Menschen

Er war ein Einzelgänger mit psychischen Problemen! Andersson lebte isoliert und hatte kaum soziale Kontakte – selbst von seiner Familie zog er sich zurück.

Redaktion Wild beim Wild — 6. Februar 2025

Der Hobby-Jäger, der Anfang dieser Woche bei der schlimmsten Massenschiesserei Schwedens 10 Menschen tötete, stand nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden mit der Volkshochschule in Verbindung.

Der Killer, der 35 Jahre alte Rickard Andersson, hatte eine Bewilligung für vier Jagdwaffen, welche er bei seinem Amoklauf einsetzte. Neben seiner Leiche wurden drei Gewehre gefunden. In der Schule wurden laut der Polizei auch erhebliche Mengen Munition für die Waffen gefunden.

Amoklauf in Örebro mit Jagdwaffen

Es war lange nicht klar, wie er starb, aber die Beamten sagten, dass die Schüsse nicht erwidert wurden. Sie gehen von einem Suizid aus.

Die Schule, Campus Risbergska, bietet Grund- und Sekundarschulklassen für Erwachsene ab 20 Jahren, Schwedischunterricht für Einwanderer, Berufsausbildung und Programme für Menschen mit geistigen Behinderungen. Sie befindet sich am Stadtrand von Örebro, etwa 200 Kilometer von Stockholm entfernt.

Etwa 130 Beamte trafen am Dienstag ein, nachdem sie durch einen Alarm zur Schule gerufen worden waren, und fanden auf dem gesamten Gelände ein Chaos vor. Sie beschrieben die Szene als ein «Inferno» und glaubten, dass der Hobby-Jäger seine Jagdwaffe auf sie richtete, als sie das Gebäude betraten. Ein weiterer tragischer Fall von Schusswaffengewalt im Zusammenhang mit legalen Jagdwaffen.

«Das, was nicht passieren darf, ist jetzt auch in Schweden passiert. (…) Wir haben brutale tödliche Gewalt gegen unschuldige Menschen gesehen. Das ist die schlimmste Schiesserei in der schwedischen Geschichte. Wir wissen, dass viele Menschen in Örebro tief verzweifelt sind. Viele Kinder haben Angst und sind unruhig.» Schwedens Regierungschef Ulf Kristersson

Bei dem Angriff wurden über die Toten hinaus fünf Menschen schwer verletzt, sechs Polizisten erlitten Rauchvergiftungen. Unklar bleibt bislang, wie das Feuer entstand, das während des Angriffs ausbrach.

Neuropsychologie der Gewalt bei Hobby-Jägern

An der Stelle, wo Gewalt sich auf der Hobby-Jagd entlädt, werden genauso Schäden verursacht, wie am Punkt, auf den sie gerichtet ist. Und dies denkbar konkret auf neuronaler Ebene. Wissenschaftler haben dies bei Untersuchungen herausgefunden. Auch Neuropsychologen bestätigen: Die Amygdala, ein Kerngebiet im Gehirn, ist bei Gewalttätern auffällig zurückgebildet oder gestört. Ist dieser zentrale Teil des Gehirns defekt, ist unter anderem das Ekelgefühl ausgeschaltet. Mehr zur Psychologie der Hobby-Jagd und zu Kriminalität im Umfeld der Hobby-Jagd.

Mehr dazu im Dossier: Psychologie der Jagd

Nach Auffassung der IG Wild beim Wild braucht es für Hobby-Jäger jährliche medizinisch-psychologische Eignungsgutachten nach dem Vorbild der Niederlande sowie eine verbindliche Altersobergrenze. Die grösste Altersgruppe unter den Hobby-Jägern ist heute 65+. In dieser Gruppe nehmen altersbedingte Einschränkungen wie nachlassende Sehfähigkeit, verlangsamte Reaktionszeiten, Konzentrationsschwächen und kognitive Defizite statistisch deutlich zu. Gleichzeitig zeigen Unfallanalysen, dass die Zahl schwerer Jagdunfälle mit Verletzten und Todesopfern ab dem mittleren Lebensalter signifikant ansteigt.

Die regelmässigen Meldungen über Jagdunfälle, tödliche Fehlhandlungen und den Missbrauch von Jagdwaffen verdeutlichen ein strukturelles Problem. Der private Besitz und Einsatz tödlicher Schusswaffen zu Freizeitzwecken entzieht sich weitgehend einer kontinuierlichen Kontrolle. Aus Sicht der IG Wild beim Wild ist dies nicht länger verantwortbar. Eine Praxis, die auf freiwilligem Töten basiert und zugleich erhebliche Risiken für Menschen und Tiere erzeugt, verliert ihre gesellschaftliche Legitimation.

Hobby-Jagd beruht zudem auf Speziesismus. Speziesismus beschreibt die systematische Abwertung nichtmenschlicher Tiere allein aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Er ist mit Rassismus oder Sexismus vergleichbar und weder kulturell noch ethisch zu rechtfertigen. Tradition ersetzt keine moralische Prüfung.

Gerade im Bereich der Hobby-Jagd ist kritische Prüfung unerlässlich. Kaum ein anderes Feld ist derart von beschönigenden Erzählungen, Halbwahrheiten und gezielter Desinformation geprägt. Wo Gewalt normalisiert wird, dienen Narrative oft der Rechtfertigung. Transparenz, überprüfbare Fakten und eine offene gesellschaftliche Debatte sind deshalb unverzichtbar.

HOBBY-JÄGER-RADAR

Auf der Spur versteckter Tierschutzvergehen, Wilderei und/oder Kriminalität? Melden Sie uns Verdachtsfälle! Helfen Sie beim grossen Hobby-Jäger-Radar.

zum Formular

Jäger Radar
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

Unterstütze unsere Arbeit

Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Jetzt spenden