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Kriminalität & Jagd

Schock im Naturschutzgebiet: Hobby-Jäger soll Greifvögel gefangen haben

Ein Jagdpächter aus Winzer steht im Verdacht, mitten im Naturschutzgebiet «Donaualtwasser Winzerer Letten» illegale Fallen für Greifvögel aufgestellt zu haben. Beamte der Polizeiinspektion Deggendorf leiteten ein Strafverfahren ein, nachdem Naturschützer Beweise für Verstösse gegen das Jagd- und Naturschutzrecht sowie das Tierschutzgesetz dokumentiert hatten.

Redaktion Wild beim Wild — 13. September 2025

Mitarbeiter des Vereins Komitee gegen den Vogelmord stiessen in einem Wäldchen bei Winzer in Deutschland auf mehrere verbotene Fallen, darunter einen mit einer lebenden Taube geköderten Habichtfangkorb.

Ausserdem fanden sie einen Hochsitz, eine Voliere mit zahlreichen Fasanen, Schlachtabfälle und den Kadaver eines Rehs. Das Gebiet liegt vollständig im ausgewiesenen Naturschutzgebiet.

Die Aktion nahm ihren Anfang durch eine Spaziergängerin, die den Habichtfangkorb entdeckte und den Vogelschutzverein informierte. Nach eigenen Angaben installierten die Tierschützer daraufhin eine Wildkamera, mit der sie den Hobby-Jäger beim Kontrollieren der Fallen auf der Jagd filmten. Die Speicherkarte wurde der Polizei als Beweismittel übergeben.

Die Polizei sicherte am Freitagabend vor Ort sämtliche Fallen und Beweise. Der Hobby-Jäger räumte gegenüber den Beamten und Zeugen ein, die Fallen aufgestellt zu haben. Seitens des Komitees gegen den Vogelmord wurde Strafanzeige wegen Tierquälerei und Verstosses gegen das Bundesnaturschutzgesetz erstattet.

Das Aufstellen von Habichtfangkörben ist eine Straftat nach dem Bundesnaturschutzgesetz und kann mit hohen Geldstrafen oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren geahndet werden. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Verdächtigen ausserdem der Entzug des Jagdscheins sowie seines Jagdreviers.

Nach Auffassung der IG Wild beim Wild braucht es für Hobby-Jäger jährliche medizinisch-psychologische Eignungsgutachten nach dem Vorbild der Niederlande sowie eine verbindliche Altersobergrenze. Die grösste Altersgruppe unter den Hobby-Jägern ist heute 65+. In dieser Gruppe nehmen altersbedingte Einschränkungen wie nachlassende Sehfähigkeit, verlangsamte Reaktionszeiten, Konzentrationsschwächen und kognitive Defizite statistisch deutlich zu. Gleichzeitig zeigen Unfallanalysen, dass die Zahl schwerer Jagdunfälle mit Verletzten und Todesopfern ab dem mittleren Lebensalter signifikant ansteigt.

Die regelmässigen Meldungen über Jagdunfälle, tödliche Fehlhandlungen und den Missbrauch von Jagdwaffen verdeutlichen ein strukturelles Problem. Der private Besitz und Einsatz tödlicher Schusswaffen zu Freizeitzwecken entzieht sich weitgehend einer kontinuierlichen Kontrolle. Aus Sicht der IG Wild beim Wild ist dies nicht länger verantwortbar. Eine Praxis, die auf freiwilligem Töten basiert und zugleich erhebliche Risiken für Menschen und Tiere erzeugt, verliert ihre gesellschaftliche Legitimation.

Hobby-Jagd beruht zudem auf Speziesismus. Speziesismus beschreibt die systematische Abwertung nichtmenschlicher Tiere allein aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Er ist mit Rassismus oder Sexismus vergleichbar und weder kulturell noch ethisch zu rechtfertigen. Tradition ersetzt keine moralische Prüfung.

Gerade im Bereich der Hobby-Jagd ist kritische Prüfung unerlässlich. Kaum ein anderes Feld ist derart von beschönigenden Erzählungen, Halbwahrheiten und gezielter Desinformation geprägt. Wo Gewalt normalisiert wird, dienen Narrative oft der Rechtfertigung. Transparenz, überprüfbare Fakten und eine offene gesellschaftliche Debatte sind deshalb unverzichtbar.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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