Jagd

Schliefenanlagen sind Folterkammer für Füchse

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
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Die Staatsanwaltschaft Detmold hat gegen den Hauptverantwortlichen der Schliefenanlage Lemgo-Vossheide Anklage beim Amtsgericht Lemgo erhoben.

PETA hatte Ende Januar 2020 Straf- und Ordnungswidrigkeitsanzeige gegen alle für die Fuchshaltung verantwortlichen Personen erstattet.

Es ist ein grosser Erfolg, dass die Staatsanwaltschaft Detmold jetzt gegen den Hauptverantwortlichen Ralf H., den Betreiber des dortigen Teckel Clubs, Anklage erhoben hat. Schliefenanlagen verstossen grundsätzlich gegen das Tierschutzgesetz, denn die dort gefangenen Füchse werden der Natur entrissen und zu Zwecken der Jagdhundeausbildung für die grausame Baujagd ein Leben lang gefangen gehalten. Wir hoffen, dass die Anklage ein Präzedenzfall wird und Schliefenanlagen sowie die Fuchsjagd generell endlich bundesweit verboten werden.

Dr. Edmund Haferbeck, Senior-Verantwortlicher für Special Projects bei PETA.

Gutachter bestätigen länger anhaltende, erhebliche Leiden

In dem dokumentierten, der Anklage vorliegenden tierquälerischen Einsatz der Wildtiere in der Anlage sieht PETA einen Verstoss gegen Paragraf 17 Nummer 2b des Tierschutzgesetzes. Auch Gutachter bestätigten, dass die Wildtiere in dem den Behörden vorliegenden Video länger anhaltenden, erheblichen Leiden ausgesetzt waren. Zu sehen ist unter anderem, wie ein Fuchs im Gehege hin und herlief, also ein sogenanntes stereotypes Verhalten zeigte. Die Wildtiere legten die Ohren an und zogen den Schwanz ein – beides sind deutliche Hinweise darauf, dass sie unter starkem Stress standen.

Fuchs Schliefenanlage
Fuchs Schliefenanlage

Eine Veterinärin vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW bewertete das Video folgendermassen: „Der Fuchs zeigt über einen Zeitraum von mindestens 23 Minuten immer wieder, dass er sich einer akuten Bedrohungssituation ausgesetzt sieht. Wenige ‚ruhige Phasen’ sind ebenfalls zu beobachten, diese dauern jedoch meist nur wenige Sekunden an […]. Hier handelt es sich […] um ein eher apathisches Verhalten gegenüber der Stresssituation.“ Ein weiterer Gutachter – der Betreiber einer Fuchsauffangstation – wies zudem darauf hin, dass das in dem Video gezeigte Gehege viel zu klein ist, die Wildtiere entgegen ihrer Art einzeln gehalten werden und keinerlei Beschäftigungsmaterial zur Verfügung haben.

Schliefenanlage Lemgo-Vossheide für Missstände bekannt

Die mangelhafte Versorgung der mehrere Tage lang in der Anlage eingesperrten Füchse war bereits 2018 Gegenstand eines Strafverfahrens vor dem Amtsgericht Lemgo (Az.: 25 Ds 49/18 – 25 Js 650/17). Schon damals übergab PETA dem Landrat eine Petition mit der Forderung, die Anlage zu schliessen. In einigen europäischen Ländern sind Schliefenanlagen aus Tierschutzgründen längst verboten, während es in Deutschland noch etwa 100 Einrichtungen dieser Art gibt, die meist fernab der Öffentlichkeit gelegen sind.

Weitere Informationen:

PETA.de/Themen/Schliefenanlage-Lemgo-Vossheide 

PETA.de/Presse/Gequaelte-Fuechse-in-Schliefenanlage-Lemgo-Vossheide-PETA-erstattet-Strafanzeige/

PETA.de/Kampagnen/Fuchsjagd-stoppen  

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