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Kriminalität & Jagd

PETA erstattet Strafanzeige gegen Jäger in Rheinland-Pfalz

Ein im Internet kursierendes Video zeigt mehrere Jagdhunde, die unter den Anfeuerungsrufen eines Mannes eine lebende Katze schütteln, beissen und schliesslich auseinanderreissen. Ein Zeuge gab PETA einen Hinweis auf den mutmasslichen Täter. Die Tierrechtsorganisation hat den Mann, einen Jäger, der in Rheinland-Pfalz Jagdhunde züchtet, wegen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz bei der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach angezeigt, die daraufhin ein Ermittlungsverfahren eingeleitet

Redaktion Wild beim Wild — 10. September 2018

Ein im Internet kursierendes Video zeigt mehrere Jagdhunde, die unter den Anfeuerungsrufen eines Mannes eine lebende Katze schütteln, beissen und schliesslich auseinanderreissen. Ein Zeuge gab PETA einen Hinweis auf den mutmasslichen Täter.

Die Tierrechtsorganisation hat den Mann, einen Hobby-Jäger, der in Rheinland-Pfalz Jagdhunde züchtet, wegen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz bei der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach angezeigt, die daraufhin ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat. PETA fordert neben einer empfindlichen Strafe auch ein Jagdverbot und den Entzug des Jagdscheines für den Mann.

Extremer Sadismus eines Hobby-Jägers

«Der durch das Video bezeugte extreme Sadismus des Mannes zeigt, dass die Hobby-Jagd nichts weiter ist, als ein blutiges Hobby», so Dr. Christian Arleth, Rechtsanwalt bei PETA. «Der Täter hat die Katze bewusst grösstem Leid ausgesetzt und hatte seine Freude daran zuzuschauen, wie sie stirbt. Ein solches Verhalten ist nicht nur abscheulich und empörend, es offenbart auch die Gewaltbereitschaft und Gemeingefährlichkeit dieses Hobby-Jägers.»

Das Tierschutzgesetz verbietet es, Tiere aufeinander zu hetzen. Auch das Töten der Katze war gesetzwidrig, denn diese dürfen von Hobby-Jägern nur dann getötet werden, solange sie erkennbar wildern. Jedes Jahr werden in Deutschland schätzungsweise 350’000 Katzen von Hobby-Jägern erschossen, unter dem Vorwand, dass sie die Artenvielfalt bedrohten. Die grösste Gefahr für die Wildtiere sind jedoch die Hobby-Jäger selbst.

Hobby-Jagd ist unnötig und kontraproduktiv

Anerkannte Wildbiologen sind sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Hobby-Jagd besteht. So müssen dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge die nahezu ausgerotteten Wölfe nicht durch menschliche Hobby-Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet. Die Hobby-Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt.

Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass den rund 350’000 Hobby-Jägern in Deutschland nur etwa 1’000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüberstehen. Mehr zu Kriminalität und Hobby-Jagd und zum Tierschutzproblem.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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