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Bildung

Österreich: Zustimmung zur Hobby-Jagd im freien Fall

Bevölkerung lehnt Tierquälerei und Jagd auf gefährdete Arten ab.

Redaktion Wild beim Wild — 24. Februar 2024

Zustimmung von 42 % auf 27 % gesunken

«Jagd Österreich» bejubelt in einer Aussendung die angeblich grosse Zustimmung zur Hobby-Jagd in der Bevölkerung.

Und das, obwohl die in der Umfrage gestellte Frage mit «Unabhängig von Ihrer Meinung zur Jagd» (!) beginnt.

In Wirklichkeit befindet sich die Zustimmung zur Hobby-Jagd in Österreich im freien Fall, wie eine Analyse des Market-Instituts zeigt. Binnen weniger Jahre (von 2015 bis 2023) fiel sie von 42 % auf nur noch 27 %. Bei den Unter 50-Jährigen ist sie noch geringer. Das Volksbegehren für ein Bundes-Jagdgesetz klärt auf.

Warum die Zustimmung sinkt

Statt Nebelgranaten zu werfen, sollten sich die Vertreter der herkömmlichen Hobby-Jagd lieber fragen, warum die Zustimmung zu ihrem Treiben so stark sinkt. Hier einige Gründe:

  • Mehrere Tierarten haben keine Schonzeit, d.h. sie werden das ganze Jahr über getötet. Tierkinder, die dadurch ihre Mutter verlieren, verhungern qualvoll.
  • Grausame Jagdmethoden wie Fallenjagd, Baujagd und Gatterjagd sind gang und gäbe.
  • Hobby-Jäger in Österreich töten gefährdete Tierarten wie Turteltaube, Tafelente, Bekassine und Rebhuhn, obwohl deren Populationen massiv eingebrochen sind.
  • Hirsche und Rehe werden auf Kosten der Waldverjüngung viel zu oft unsachgemäss gefüttert, um möglichst viele und grosse Trophäen «ernten» zu können.
  • Zehntausende Tiere werden nur aus dem Grund getötet, weil sie von Hobby-Jägern als Konkurrenz um ihre Jagdbeute angesehen werden.

Greenwashing der Jagdlobby

Eine ökologische Jagdreform, wie sie das Volksbegehren für ein Bundes-Jagdgesetz fordert, ist höchst an der Zeit und wäre auch im Sinne einer Hobby-Jägerschaft, die nicht in der Vergangenheit steckenbleiben will.

Die von «Jagd Österreich» betriebene Greenwashing-Kampagne möchte stattdessen suggerieren, die Hobby-Jagd habe nichts mit Hobby-Jagd zu tun, sondern sei so eine Art Naturbeobachtung. «Die 200’000 Vögel jährlich in Österreichs Jagdstatistiken sterben offenbar irgendwie von selbst», so Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer, Bevollmächtigter des Volksbegehrens für ein Bundes-Jagdgesetz.

«Bis heute hat «Jagd Österreich» nicht auf unseren offenen Brief reagiert», bedauert Prof. Dr. Winkelmayer weiter, «offenbar fehlen ihr die Argumente. Sollte die Hobby-Jagd einmal auf dem Misthaufen der Geschichte landen, haben sich das die Landesjagdverbände mit ihrer Reformunfähigkeit selbst zuzuschreiben.»

Das Volksbegehren «Für ein Bundes-Jagdgesetz» hat 14 Grundsätze formuliert, die in einem Bundes-Jagdgesetz verwirklicht werden sollen. Die Initiative aus AG Wildtiere, Ökologischem Jagdverband, Tierschutz Austria und VGT wirbt derzeit um Unterstützungserklärungen für das Volksbegehren, die alle in Österreich wahlberechtigten Personen auf jedem beliebigen Bezirks- oder Gemeindeamt sowie rund um die Uhr online mittels Handysignatur leisten können.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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