Kühe in Schweden könnten ihr Recht auf Weidegang verlieren
Schweden ist das einzige Land der Welt, in dem Kühe, die älter als 6 Monate sind (ausgenommen Bullen), im Sommer die Möglichkeit haben müssen, im Freien zu grasen. Doch dieses Recht ist nun bedroht, da die Bauernverbände versuchen, die Kosten zu senken.
Der schwedische Bauernverband und andere Organisationen stellen die einzigartige Weidegangpflicht in Schweden infrage.
Sie argumentieren, dass sie die Tierhaltung in Schweden teurer macht als in anderen EU-Ländern und die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. Die Landwirtschaftsverbände fordern die Abschaffung dieser gesetzlichen Vorschrift, um den Landwirten die Möglichkeit zu geben, selbst zu entscheiden.
Diese Forderungen wurden auch von den Politikern aufgegriffen. Der Minister für ländliche Angelegenheiten, Peter Kullgren, hat eine Untersuchung zur „Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Lebensmittelerzeuger“ in Auftrag gegeben. Die Partei von Peter Kullgren hat mehrfach eine Petition an den Reichstag gerichtet, um die Weidepflicht aus dem Gesetz zu streichen.
Weidegang ist eine wichtige, natürliche Verhaltensweise für Kühe und trägt zu ihrem körperlichen und geistigen Wohlbefinden bei. Die schwedische Landwirtschaftsbehörde kam 2019 zu dem Schluss, dass, die Weidepflicht für das Wohlergehen der Tiere und die Tiergesundheit zu wichtig ist, als dass sie gestrichen und ersetzt werden könnte. Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt in ihrem jüngsten wissenschaftlichen Gutachten über Milchkühe, dass der Weidegang obligatorisch sein sollte.
Diese Forderung wird auch von den Verbrauchern weitgehend unterstützt. Laut einer Umfrage halten 84 % der Schweden es für wichtig, dass sich die Tiere frei im Freien bewegen können. Eine andere Studie ergab, dass eine überwältigende Mehrheit von 95 % der Meinung ist, dass es wichtig oder sehr wichtig ist, dass Kühe auf die Weide dürfen.
Mehrere Tierschutzgruppen, darunter unsere Mitglieder Djurskyddet Sverige, Projekt 1882, Svenska Djurskyddsföreningen und World Animal Protection, haben in Zusammenarbeit mit Greenpeace eine Petition gestartet, um zu fordern, dass die hohen schwedischen Standards für Kühe nicht aufgehoben werden.
Ende März veranstalteten die Organisationen eine Protestaktion vor dem schwedischen Parlament, bei der sie mehr als 165’000 Unterschriften an Parlamentarier aus sechs verschiedenen Parteien übergaben. Die Kampagne wurde kürzlich auch in einer grossen schwedischen Radiosendung vorgestellt und erreichte ein grosses nationales Publikum.
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