3. April 2026, 22:14

Geben Sie oben einen Suchbegriff ein und drücken Sie Enter, um die Suche zu starten. Drücken Sie Esc, um den Vorgang abzubrechen.

Tierwelt

PETA zeigt drei der grössten deutschen Schlachtbetriebe an

"Es gibt keinen 'vernünftigen Grund', für Fleisch zu töten" - diese Botschaft hat PETA in der Nacht von Sonntag auf Montag auf die Fassade des Schlachtbetriebs der Premium Food Group (vormals Tönnies) in Rheda-Wiedenbrück projiziert.

Redaktion Wild beim Wild — 11. März 2025

Es folgten Videoaufnahmen, die das Leid in einer deutschen Schweinezuchtanlage zeigen.

Die Aktion ist Teil von PETAs aktueller Kampagne gegen ungerechtfertigte Tiertötungen, im Rahmen derer die Organisation auch Strafanzeigen erstattet hat.

Laut § 17 Nr. 1 Tierschutzgesetz ist das Töten von Wirbeltieren eine Straftat – es sei denn, es gibt einen vernünftigen Grund dafür. Was als solches gelten kann, muss jedoch von den Gerichten interpretiert werden. Das Tierschutzproblem ist auch in der Fleischindustrie allgegenwärtig.

In Deutschland werden jährlich ca. 2,8 Milliarden Land- und Wassertiere für den menschlichen Konsum getötet. Kann der Zweck der menschlichen Ernährung einen vernünftigen Grund darstellen? PETA sagt Nein. Die Justiziare der Tierrechtsorganisation beziehen sich in ihrer Argumentation unter anderem auf die Tatsache, dass es in Deutschland ohne Schwierigkeiten möglich ist, sich ohne Fleisch gesund zu ernähren. Nach intensiver Auseinandersetzung mit den rechtlichen Gegebenheiten hat PETA vergangene Woche, unterstützt durch die Hamburger Rechtsanwaltskanzlei Günther, Strafanzeigen erstattet. Angezeigt wegen millionenfacher ungerechtfertigter Tiertötungen wurden die im Tötungsprozess verantwortlichen Personen bei drei der grössten Schlachthöfe Deutschlands. Die Betriebe gehören zu der Premium Food Group (vormals Tönnies), Westfleisch SCE mbH und VION N.V. (Vion Food Group).

«Das Tierschutzgesetz fordert einen vernünftigen Grund im Falle der Tötung von Tieren. Dieser vernünftige Grund ist nicht gegeben, wenn man Tiere umbringt, um sie zu Wurst oder Steaks zu verarbeiten. Es ist problemlos möglich, sich ohne Fleisch gesund, wenn nicht sogar gesünder zu ernähren», so Krishna Singh, Justiziar und Leiter der Rechtsabteilung bei PETA. «Es ist ein Skandal, dass eine existierende gesetzliche Vorschrift zum Schutz der Tiere seit ihrem Inkrafttreten konsequent ignoriert wird. Deshalb haben wir Strafanzeige gegen die Verantwortlichen bei drei der grössten deutschen Schlachtbetriebe gestellt. Weitere Anzeigen werden folgen.»

Die Beanzeigten

Die Schlachtbetriebe, deren verantwortliche Mitarbeitende PETA angezeigt haben, gehören zu folgenden Unternehmen: Premium Food Group (vormals Tönnies), angezeigt bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld (Sitz des Schlachtbetriebes: Rheda-Wiedenbrück); Westfleisch SCE mbH, angezeigt bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg (Sitz des Schlachtbetriebes: Bakum); VION N.V. (Vion Food Group), angezeigt bei der Staatsanwaltschaft Traunstein (Sitz des Schlachtbetriebes: Waldkraiburg; Firmensitz: Niederlande).

Rechtliche Hintergründe: PETA-Argumentation

Paragraf 17 Nr. 1 des Tierschutzgesetzes besagt: «Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet.» Die Vorschrift stellt also ein Regel-Ausnahme-Prinzip auf. Eine Tiertötung kann nur gerechtfertigt sein, wenn die verantwortliche Person einen vernünftigen Grund für ihre Handlung hat. Einen vernünftigen Grund kann man im Einzelfall nur bejahen, wenn dieser gewichtig genug ist, um das Überlebensinteresse des Tieres zu überwiegen. Menschen brauchen jedoch keine anderen Tiere, um ihr Überleben zu sichern – sie können sich auch über pflanzliche Nahrungsquellen gesund ernähren. Die Abwägung also pauschal zulasten der Tiere ausfallen zu lassen, ist damit falsch.

PETA-Tierrechtskonferenz: Töten aus Vernunft?

Die sechste PETA-Tierrechtskonferenz wird am 19. März 2025 um 18 Uhr auf PETAs YouTube-Kanal ausgestrahlt. Unter dem Motto «Töten aus Vernunft?» wird 90 Minuten lang debattiert, ob es gerechtfertigt ist, Tiere für Ernährungszwecke zu töten. Dabei rückt auch die Option einer pflanzlichen Ernährung in den Fokus, ebenso wie deren Einfluss auf die Definition und Interpretation von Vernunft. Besonderes Augenmerk liegt darauf, wie mit dem Gesetz und möglichen Rechtsbrüchen umzugehen ist.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Mehr zu den Tierrechten.

Sie können mit Barmherzigkeit allen Tieren und unserem Planeten helfen. Wählen Sie Mitgefühl auf Ihrem Teller und in Ihrem Glas. Go vegan.

Unterstütze unsere Arbeit

Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Jetzt spenden