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Jagdgesetz

Kein Abschuss von Krähen im Wohngebiet erlaubt

Der Berner Stadtrat lehnt den Abschuss von Krähen ab. Mit 57 zu 8 Stimmen sprach er sich gegen ein entsprechendes Postulat der SVP aus.

Redaktion Wild beim Wild — 23. Oktober 2019

Die Ratsmehrheit war wie die Stadtregierung der Meinung, dass die Idee der SVP unverantwortlich und nicht zielführend sei. Das Schiessen in bewohnten Gebieten sei viel zu gefährlich.

SVP will Krähen durch Private abschiessen lassen

Die Saatkrähenplage ist ein Dauerbrenner. Vor allem im Nordquartier wird manch ein Anwohner durch den Lärm der Vögel um den Schlaf gebracht, besonders im Frühling, ehe die Jungtiere flügge sind.

Die Stadtberner SVP wollte den Abschuss von Krähen durch Private ermöglichen, um somit die Krähenplage zu bekämpfen. Die beiden SVP-Politiker Roger Mischler und Henri-Charles Beuchat forderten, dass Hobby-Jäger die Grundeigentümer der Stadt im gezielten und fachmännischen Abschuss von Krähen instruiert.

Ausserdem soll die Stadt Prämien für erlegte Krähen zahlen. Dieser finanzielle Anreiz sei nötig, weil das Krähenschiessen für Hobby-Jäger grundsätzlich eher unattraktiv sei und das Fleisch ja nicht verwertet werden könne, schreiben Mischler und Beuchat.

Abschuss hilft nicht

Der Berner Stadtrat lehnt das Postulat nun ab.

Im Tierpark Bern werden Saatkrähen schon heute von Hobby-Jägern geschossen. Doch die Zahl der Nester hat sich in dieser Gegend nicht verringert, wie der Gemeinderat in seiner am Montag publizierten Antwort festhält.

Gemeinderätin Ursula Wyss (SP) wies den Vorwurf zurück, die Stadt kümmere sich nicht um die Krähenplage. Alle möglichen Massnahmen seien ausprobiert worden. Doch schnelle Lösungen gebe es einfach nicht. Auch der Abschuss helfe nicht weiter. «Man schiesst die eine Krähe ab, und dafür hat die andere drei Junge mehr.»

Zurzeit sei der Bestand an Krähen stadtweit stabil, hielt Wyss fest. Im Nordquartier sei er sogar rücklaufig, in Bümpliz nehme er hingegen zu.

Eine gewisse Wirkung haben laut Wyss einzig Uhu-Attrappen. Allerdings muss man sie regelmässig bewegen, sonst durchschauen die Vögel den Trick. Denn Krähen sind schlaue Tiere, zumindest darin waren sich SVP und Grüne einig.

Merkblatt Saatkrähen (PDF)

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