Kampagne: Schluss mit der Hobbyjagd
Novellierung der Jagdgesetze in Rheinland-Pfalz und in Brandenburg.
Grossflächenplakate gegen Hobby-Jagd
Mit Grossflächenplakaten und Anzeigen in den lokalen Tageszeitungen macht Wildtierschutz Deutschland ab Mitte Januar in Mainz und in Potsdam gegen die Hobby-Jagd mobil.
In den Landeshauptstädten von Rheinland-Pfalz und Brandenburg entscheiden Behörden und Parlamentarier in Kürze über die Novellierung der Landesjagdgesetze.
In gemeinsamen Stellungnahmen mit dem Bund gegen Missbrauch der Tiere, dem Deutschen Tierschutzbund und der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht fordern die Verbände von den Ministerien, das Jagdrecht stärker an den Allgemeininteressen zu orientieren und insbesondere der Verankerung des Tierschutzes als Staatszielbestimmung im Grundgesetz Rechnung zu tragen.
Wildtiere unter Dauerstress
Die Jagdgesetzgebung reflektiert bereits seit Jahrzehnten weder die gesellschaftliche Einstellung noch die juristische Entwicklung in Sachen Tierschutz. Wildtiere stehen unter Dauerstress. Es gibt nicht einen Zeitraum im Jahr, in welchem die Jagd völlig ruht. Drückjagden werden bis in den Hochwinter hinein gegen Gebühr mit unerfahrenen Schützen und ungeeigneten Hunden absolviert.
Inhaltlich spricht die Kampagne die Fuchs- und die Fallenjagd an, die unsägliche Jagd auf Dachse und die Jagd auf gefährdete Tierarten. Die Fallenjagd und die Bejagung von Beutegreifern und von Feldhase oder Rebhuhn im Rahmen der Hobby-Jagd sind weder ökologisch noch ethisch vertretbar.
Zu den bundesweiten Jagdstrecken von über 450’000 Füchsen und über 80’000 Dachsen können durch die Behörden weder ökologische noch epidemiologische noch ökonomische Erfolge belastbar nachgewiesen werden. Die Hobby-Jagd scheitert als Populationskontrolle.
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Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Rolle und Kritik der Hobby-Jäger beleuchten wir Ausbildung, Macht und Selbstbild der Hobby-Jäger. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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