Bildung

Jagdverband wünscht sich mehr Stabilität

Für die fast 2’000 Tessiner Jagdbegeisterten ist die am sehnlichsten erwartete Zeit des Jahres wieder da.

Vom 2. bis 16. September (und dann noch einmal zwischen dem 22. und 26. September) bevölkern die Hobby-Jäger wieder die Hänge und verbreiten Angst und Schrecken nicht nur unter den Wildtieren. Touristen werden zeugen von abscheulichen Vorgängen.

Während man in der Vergangenheit daran gewöhnt war, Communiqués der Regierung über die Änderungen der Jagdbestimmungen um die Sommermitte herum zu erhalten, gab es dieses Jahr keine grösseren Änderungen.

Für die Saison 2023 bleiben die Vorschriften im Wesentlichen dieselben wie im letzten Jahr. Und dies, wie der Kommunikationschef des Tessiner Jägerverbandes (FCTI) Stephan Chiesa erklärt, aus einem ganz bestimmten Grund. „Der Verband und der Kanton haben sich darauf geeinigt, die Vorschriften so zu belassen, wie sie sind, um der Tätigkeit eine gewisse Kontinuität zu verleihen und um so die praktischen Auswirkungen und die Wirksamkeit der einzelnen in der Verordnung vorgesehenen Massnahmen besser überwachen zu können.“ Mit anderen Worten: Es wird versucht, der Jagd eine gewisse Stabilität zu verleihen und zu vermeiden, dass die Spielregeln von Jahr zu Jahr geändert werden.

So stellt der Kanton immer noch rund 1’800 Bewilligungen für die Hochjagd aus, dazu kommen rund 700 Bewilligungen für die Niederjagd, mehr als 1’000 für die Schwarzwildjagd und rund 700 für die Sonderjagd. Insgesamt also weit über 4’000 Bewilligungen pro Jahr und kantonale Einnahmen von mehr als 2 Millionen Franken.

Die grösste Herausforderung

Nach dem Moment der Stabilität, in dem sich der Sektor befindet, besteht die nächste grosse Herausforderung in den Stereotypen, die nach wie vor die Tätigkeit des Hobby-Jägers durchdringen. Was laut Chiesa fehlt, ist der Respekt für die Jagdkunst seitens der Behörden, vor allem wenn man die Situation im Tessin mit derjenigen in Graubünden oder im Wallis vergleicht: „Auch im Tessin ist die Jagd tief verwurzelt und bei den Liebhabern stark ausgeprägt. Aber den Institutionen fehlt dieses Gefühl von Tradition und Kultur, von Wertschätzung für eine Leidenschaft, die nicht nur Einkommen generiert, sondern auch unser Territorium pflegt und notwendig ist. Denken Sie an Genf, das die Jagd abgeschafft hat, dann aber mehr als eine Million Franken pro Jahr ausgeben musste, um die Arbeit der Jäger von jemand anderem erledigen zu lassen. Kurzum, „es scheint fast, dass unsere Tätigkeit ein Ärgernis ist“ und sie „irgendwie versteckt werden sollte“. Dies sollte nach Ansicht von Chiesa geändert werden, um „den Stolz auf die Verteidigung der Tätigkeit der Jäger wiederherzustellen, die keine exaltierten Leute in Tarnanzügen sind, sondern einfache Enthusiasten, die sich um das Land kümmern und eine Tradition und eine Kultur weiterführen“.

Fakten statt Jägerlatein

Vor dem Jagdverbot 1974 in Genf wurden rund 420 Jagdpatente pro Jahr verkauft. Die Wildtiere werden heute von etwa einem Dutzend professionellen Umwelthüter betreut. Dafür teilen sie sich knapp 3 Vollzeitstellen. Insgesamt wende der Kanton rund eine Million Franken pro Jahr für das Wildtiermanagement auf inkl. Wildschäden und Prävention. Das entspreche einer Tasse Kaffee pro Einwohner. Sanitäre Abschüsse durch Wildhüter sind nicht dasselbe wie eine auf Jägerlatein oder falsch verstandener Naturerfahrung beruhende Reglementierung der Wildtiere durch Hobby-Jäger.

Jagen, um Bestände zu dezimieren und zu massakrieren, ist historisch gesehen auch keine Jagd, Kultur oder Tradition, sondern terroristischer Zooizid. Das heutige Abschlachten von Tieren durch den modernen Hobby-Jäger resultiert hauptsächlich aus Habsucht, Gewinnsucht, Genuss, Gleichgültigkeit und Geringschätzung vor dem Schicksal der Tiere gegenüber. Die richtigen Jäger der Naturvölker würden so etwas niemals gutheissen. Die Regulation der Wildtierbestände erfolgt nicht durch die Jagd. Die Jagd ist meistens die Ursache von Problemen aller Art. Hobby-Jagd bedeutet nicht weniger Wild, sondern mehr Geburten.

Wenn Hobby-Jäger nicht ständig ihren primitiven Tötungsdrang befriedigen dürften, gäbe es gar keine Probleme bei der Bestandsgrösse von Hirsch und Reh – weil es dann genügend Beutegreifer wie Luchs, Fuchs, Wolf usw. gäbe und somit auch weniger Wildverbiss und andere Schäden wie Wildunfälle.

Für echte Hege genügt eine Handvoll Wildhüter, wie das Beispiel Genf oder ganze Länder mit einem Jagdverbot zeigen. Die Wildtiere wären keine Schiessbudenfiguren mehr für Menschen mit einer geringen ethischen Hygiene und psychologischen Problemen.

Sie können mit Barmherzigkeit allen Tieren und unserem Planeten helfen. Wählen Sie Mitgefühl auf Ihrem Teller und in Ihrem Glas. Go Vegan.

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