Jagdhaus: Hobby-Jäger im Tessin verhaftet
Tessiner Hobby-Jäger wurde wegen verstössen gegen das Jagd- und Waffengesetz festgenommen.
Tessin: Hobby-Jäger im Jagdhaus verhaftet
Es handelt sich dabei um einen Hobby-Jäger aus dem Tessin, der von der Polizei in seinem Jagdhaus und dabei im Besitz veränderter Waffen sowie mit illegal erbeuteten Wildtieren ertappt wurde.
Die Kantonspolizei Tessin berichtet heute, dass ein in der Region Riviera ansässiger Schweizer am Samstag festgenommen wurde. Im Jagdhaus, in dem der Hobby-Jäger im Endstadium hauste, wurden zudem mehrere Waffen mit erheblichen Modifikationen beschlagnahmt sowie Schalldämpfer, Munition, Schwarzpulver, Zündschnüren, illegal gefangenes Wildfleisch und Trophäen von Huftieren.
Dabei kam eine voll bewaffnete Sondereinheit der Polizei zum Einsatz, die mit einem Hubschrauber am Tatort einflogen. Der Mann galt als sehr gewalttätig und man befürchtete eine Schiesserei. Im Vorfeld wurde er lange von Wildhütern beobachtet.
Dem Hobby-Jäger wurde schon im Jahr 2005 der Jagdschein mit einer Geldstrafe von fast 5000 Franken für 3 Jahre widerrufen. Dies, weil er 2 Gämsen und einen Steinbock mit einem Schalldämpfergewehr während der Schonzeit geschossen hatte. Später erneuerte er seinen Jagdschein nicht mehr und wilderte einfach die ganzen Jahre bis zum 1.2.2020 weiter, weil er glaubte, dass er das Recht dazu habe.
Die dem über siebzig-jährigen Hobby-Jäger vorgeworfenen Straftaten stellen einen Verstoss gegen das Bundeswaffen- und Jagdgesetz dar.
Selbstverständlich kommt der Wilderer auf die schwarze Liste der IG Wild beim Wild, wo ein Auszug (Spitze des Eisbergs) strafrechtlich relevanter Aktivitäten der Hobby-Jäger in der Schweiz gesammelt werden.
Die Einzelheiten der Verhaftung des Protagonisten sind noch Gegenstand von Ermittlungen. Aber der Leiter des Jagd- und Fischereiamtes, Giorgio Leoni, in Bellinzona verheimlicht nicht, dass dies ein Extremfall ist.
Im Allgemeinen wird der erste Teil dieser Ermittlungen von Angestellten des Jagd- und Fischereibüros in Bellinzona und von Wildhütern durchgeführt und dann mit Hilfe der Polizei abgeschlossen. Es ist eine Bestätigung, dass auch ausserhalb der Jagdsaison die Wälder überwacht bleiben müssen: Abgesehen von den abgeschossenen Wildtieren schädigt das Verhalten des Hobby-Jägers das gesamte Ökosystem.
Es ist eine schwere Zeit für die Wildtiere, in der sie mit der angesammelten Energieversorgung vom Winter konfrontiert werden. Wilderei ist nicht nur höchst illegal, sondern wirkt sich auch negativ auf alle Waldtiere aus.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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