Mufflon-Jagd auf Elba und Giglio gestoppt
Eine Boykott-Kampagne italienischer Tierschützer hat die geplante Tötung von Mufflons auf den Inseln Elba und Giglio verhindert.
Eine Initiative italienischer Tierschutzorganisationen, die zum Boykott der beliebten Urlaubsinseln Giglio und Elba in der Toskana wegen Plänen zur Tötung von Mufflons aufgerufen hatte, hat Resultate erwirkt.
EU-Gelder für Tötung von Mufflons
Giampiero Sammuri, Präsident des Parks des Toskanischen Archipels, zu dem die Inseln gehören, kündigte die vorübergehende Aussetzung der Hobby-Jagd auf die wilden Schafe an.
Fast 400’000 Euro wurden aus dem LIFE-Programm der EU finanziert, um die Aktion im Namen des Umweltschutzes und der Erhaltung der biologischen Vielfalt durchzuführen. Der Eingriff, der Teil eines 1,6 Millionen Euro teuren LIFE-Projekts (Lets Go Giglio) ist, hat viel Kritik von Einheimischen, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hervorgerufen.
Ähnliche Fehler wurden von denselben Partnern bei mindestens zwei früheren Life-Projekten auf den Inseln Pianosa und Montecristo begangen. Auf Pianosa wurde im Rahmen des Projekts fälschlicherweise mit der Tötung der letzten Reste einer seltenen europäischen Hasenart begonnen, die inzwischen auf dem Kontinent als ausgestorben gilt. Auf Montecristo wurden im Rahmen des Projekts 14 Tonnen Giftkügelchen von einem Hubschrauber aus versprüht, was gegen nationale und EU-Vorschriften verstösst.
Es ist für Tierschutzorganisationen nicht hinnehmbar, dass in einer für die Umwelt so heiklen Zeit EU-Gelder, die für den Schutz der Natur bestimmt sind, für deren Zerstörung missbraucht werden.
«Wir haben die Tötung von Mufflons auf der Insel Giglio ausgesetzt und warten auf weitere Treffen mit den Tierschutzorganisationen. Es besteht Einigkeit darüber, dass die Mufflons nicht auf der Insel Giglio bleiben sollten», sagte Sammuri laut Medienangaben.
Unblutige Lösungen verfügbar
Der Park-Direktor führte Gespräche mit der Präsidentin der Italienischen Liga für den Schutz der Tiere und der Umwelt, Michela Vittoria Brambilla. Zwei Lösungen werden in Erwägung gezogen: Entweder sollen die Mufflons in Wildtiergebiete auf dem italienischen Festland gebracht werden oder sie sollen auf der Insel in einem eingezäunten Gebiet bleiben.
Hobby-Jäger hätten bereits damit begonnen, die etwa 30 Mufflons auf der Insel Giglio zu töten. Der Tierschutzverband AIDA hatte dagegen protestiert. «Wir fordern alle italienischen und ausländischen Touristinnen und Touristen auf, diese beiden Inseln über die Weihnachtsfeiertage zu boykottieren, und wir fordern diejenigen, die bereits einen Aufenthalt gebucht haben, auf, ihre Reservierungen zu stornieren», hatte der Verband erklärt.
Die Mufflons wurden in den 1950er Jahren auf die Inseln gebracht, um sie zu schützen und die Art zu erhalten. Es wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass es mehrere unblutige Lösungen gibt, darunter Sterilisation und Immunkontrazeption. Tierschutzorganisationen fordern die Regierung auf, die Einführung des immunokontrazeptiven Impfstoffs GonaCon in Italien zu genehmigen, der in anderen Ländern bereits seit einiger Zeit erfolgreich eingesetzt wird.
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