Waschbär-Spulwurm und Baylisascariasis – nur 50 Fälle weltweit
Die Gefahr einer Infektion durch den Waschbär-Spulwurm Baylisascaris procyonis im Hinblick auf die mit diesem Spulwurm assoziierte Zoonose „Baylisascariasis“ ist extrem gering.
Panikmache der Hobby-Jägerschaft
Hobby-Jäger und Politiker sowie Jagd- und Naturbehörden befürchten bei so vielen Waschbären die Übertragung des Waschbär-Spulwurmes Baylisascaris procyonis.
Es ist längst wissenschaftlich erwiesen, dass die Waschbär-Jagd wie auch die Fuchs-Jagd die Reproduktion ankurbelt, dazu die Altersklassen und die Sozialstrukturen zerstört. Der Versuch, Waschbären durch Bejagung zurückzudrängen, gilt inzwischen auch in Deutschland als aussichtslos und grandios gescheitert.

«Ich kenne keinen einzigen Wissenschaftler oder Jagdexperten, der ernsthaft glaubt, den Tieren mit jagdlichen Mitteln Einhalt gebieten zu können. Wir müssen uns einfach damit abfinden, dass der Waschbär sich bei uns wohl fühlt und wir ihn nicht regulieren können.»
Dr. Ulf Hohmann, Wildbiologe und Waschbär-Experte
Nur 50 klinische Fälle weltweit
Nach Angabe des CDC sind bis 2018 in USA weniger als 25 klinische Infektionen mit Baylisascaris procyonis erfasst worden, dieses bei mindestens 5 bis 10 Millionen Waschbären und 330 Millionen Einwohnern.
Ein neuerer Artikel von 2021 zeigt, dass bis 2021 weltweit nur 50 klinische Fälle von Baylisascariasis registriert wurden.
Infektion oft unentdeckt und nicht gefährlich
In einer Studie wurden 317 Mitarbeitern von Wildtierauffangstationen in den USA und Kanada in der Zeit 2012 bis 2015 untersucht, die häufig Kontakt mit Waschbären hatten. Diese Personen hatten keine Symptome einer Wurminfektion.
Die Quintessenz ist, dass eine Infektion mit dem Waschbär-Spulwurm Baylisascaris procyonis oft unentdeckt bleibt und nicht gefährlich ist und nicht tödlich verläuft, wie es hingegen oft behauptet und zurzeit von Jagdverbänden und Medien überall verbreitet wird.
Die grosse Aufregung wegen des Waschbär-Spulwurmes ist angesichts der so wenigen Fälle weltweit sehr übertrieben.
- Waschbären tierfreundlich fernhalten
- Auch Waschbären haben ein Recht auf Leben
- Der Umgang mit „invasiven“ Arten – eine kritische Analyse aus biologischer und rechtlicher Sicht
- Neozoen
- Basel will Waschbären töten
- Waschbären sind keine Gefahr
- Offener Brief an Katrin Schneeberger vom BAFU
- Streichung des Waschbären von den Listen der sogenannten invasiven Arten
- Fakten statt Jägerlatein über Waschbären
- Amt für Jagd und Blödsinn im Kanton Aargau will Waschbär abschiessen
Interessen-Gemeinschaft Wild beim Wild
Die IG Wild beim Wild ist eine gemeinnützige Interessen-Gemeinschaft, die sich für die nachhaltige und gewaltfreie Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung einsetzt, wobei die IG sich auch auf die rechtlichen Aspekte des Wildtierschutzes spezialisiert hat. Eines unser Hauptanliegen ist, in der Kulturlandschaft ein zeitgemässes und seriöses Wildtiermanagement nach dem Vorbild vom Kanton Genf einzuführen – ohne Hobby-Jäger aber mit integren Wildhütern, die den Namen auch verdienen und gemäss einem Ehrenkodex handeln. Das Gewaltmonopol gehört in die Hände des Staates. Die IG unterstützt wissenschaftliche Methoden der Immunokontrazeption für Wildtiere.
Unterstütze unsere Arbeit
Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.
Jetzt spenden →