Hobby-Jäger schiessen auf Kind und Pferd
In der Eifel erschoss ein Hobby-Jäger ein Pferd, weil er es für ein Wildschwein hielt. Das Tier starb qualvoll. Die Polizei ermittelt.
Pferd für Wildschwein gehalten
In dem kleinen Dorf Bauler in der Eifel ereignete sich in der Nacht zum 9. September ein tragischer Vorfall, bei dem ein Hobby-Jäger versehentlich ein 2-jähriges Westernpferd erschoss, da er es für ein Wildschwein hielt.
Die Verwechslung mit einem Wildschwein kann sich Viviane Bastin absolut nicht erklären. «Er muss ja sämtliche Sicherheitsmassnahmen, wie etwa das Ansprechen des Tieres vor dem Schuss, nicht beachtet haben. Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn ich mit den Enkelkindern dort gezeltet hätte!»
Die Polizei ermittelt wegen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz und Sachbeschädigung.
Kind in Kröv angeschossen
Ein Hobby-Jäger aus einem Dorf an der Mittelmosel wollte laut Anklage im Juli 2022 sein neuerworbenes Kleinkaliber-Gewehr auf seinem Grundstück testen. Einer der Testschüsse ging dann daneben. Das Projektil flog auf eine anliegende Ortsstrasse, wo es ein auf einem Fahrrad vorbeifahrendes Kind traf. Das Kind musste notoperiert werden. Ein Nerv im Bein soll durch die Schusswunde irreparabel verletzt worden sein.
Acht Monate Haft auf Bewährung
Er musste sich für den Vorfall am Amtsgericht Wittlich verantworten. Verurteilt wurde er zu acht Monaten Haft auf Bewährung, nachdem er zuvor auch vor Gericht die Tat gestanden hatte.
Die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich als ausstellende Behörde für Waffenschein und Jagdlizenz teilte mit, dass der Einsatz einer Waffe innerhalb von Siedlungen geltendes Jagdrecht breche und dementsprechend mit dem Entzug der Jagdlizenz geahndet werde. Die IG Wild beim Wild dokumentiert Jagdunfälle und Kriminalität systematisch.
Weiterführende Artikel
Mehr aktuelle Jagdunfälle und dokumentierte Straftaten mit Hobby-Jägern finden Sie hier: Chronik der Jagdunfälle und Straftaten bei Abschaffung der Jagd sowie in der Chronik der Jagdunfälle in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei PETA.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
Unterstütze unsere Arbeit
Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.
Jetzt spenden →