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Wildtiere

Junge Gämsen unter Druck: Hitze und Störungen

Junge Gämsen, die in alpinen und bergigen Regionen leben, sind besonders anfällig für extreme Wetterbedingungen und menschliche Störungen.

Redaktion Wild beim Wild — 24. Juni 2025

Wer im Sommer in die Berge reist, entdeckt dort mit etwas Glück die Kinderstube junger Gämsen.

Anfang Juni bringen die Geissen ihre Jungen zur Welt und ziehen mit ihnen durch die felsigen Hochlagen. Die Kitze werden etwa sechs Monate gesäugt und bleiben bis zu einem Jahr bei der Mutter. Doch der Start ins Leben wird für sie immer schwieriger. Klimawandel und das Eindringen von Menschen in ihren Lebensraum belasten sie.

Diese Faktoren können erhebliche Auswirkungen auf ihr Überleben und ihre Entwicklung haben.

Junge Gämsen sind in ihrer Wachstumsphase besonders verletzlich gegenüber hohen Temperaturen. Ihr Körper ist bisher nicht vollständig entwickelt, was bedeutet, dass sie weniger effektiv mit Hitze umgehen können. Hohe Temperaturen führen zu erhöhtem Stress, Dehydratation und können das Immunsystem schwächen, was sie anfälliger für Krankheiten macht.

Die steigenden Temperaturen verändern die Lebensräume der Gämsen. Höhe und kühle Rückzugsorte, die damals verfügbaren Schutz boten, werden durch schmelzende Gletscher und schwindende Waldflächen reduziert. Dies zwingt junge Gämsen, sich in weniger geeigneten Gebieten aufzuhalten, wo Nahrung und Wasser schwerer zu finden sind.

Menschliche Störungen

Die zunehmende menschliche Aktivität in den Lebensräumen der Gämsen hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Populationen. Jagd und Freizeitaktivitäten wie Wandern, Skifahren und Mountainbiking führen zu Stress bei den Wildtieren. Junge Gämsen, die sich in der Nähe von Menschen aufhalten, haben ein höheres Risiko, verletzt zu werden oder auf gefährliche Situationen zu stossen.

Die Urbanisierung und Entwicklung in bergigen Regionen verändern die natürlichen Lebensräume. Diese Veränderungen führen zur Fragmentierung, die die Zugänglichkeit zu Nahrungsquellen und Fortpflanzungsgebieten verringert. Junge Gämsen haben weniger Platz, um zu wachsen und sich zu entwickeln, was ihre Überlebenschancen beeinträchtigt.

Die Herausforderungen, die junge Gämsen durch Hitze und menschliche Störungen erleben, sind ernst und erfordern dringende Aufmerksamkeit. Schutzmassnahmen müssen ergriffen werden, um ihre Lebensräume zu bewahren und sicherzustellen, dass diese faszinierenden Tiere auch in Zukunft in den Bergen leben können. Ein besseres Verständnis der Bedürfnisse und Herausforderungen junger Gämsen kann dazu beitragen, effektive Strategien zur Erhaltung dieser Tiere zu entwickeln.

Das Ausweichen in Bergwälder erhöht das Konfliktpotenzial mit der Forstwirtschaft, insbesondere in Wäldern mit geringer Naturnähe. Gleichzeitig birgt diese Lebensraumverschiebung in den Wäldern neue Gefahren: Beutegreifer können sich besser anschleichen, und Erholungssuchende stören die dringend benötigte Ruhe der Tiere. Mountainbiker und Spaziergänger sollten daher auf den Wegen bleiben und sich respektvoll und ruhig verhalten.

Die IG Wild beim Wild fordert seit Langem mehr Wildruhegebiete, in denen keine Nutzung durch Menschen stattfindet – auch keine Hobby-Jäger. In vielen europäischen Nachbarländern existieren diese Schutzgebiete bereits.

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