Offshore-Windparks vergiften das Meer mit Schwermetallen
Windkraftanlagen machen in Europa hauptsächlich in Küstennähe Sinn. Aber auch dort gibt es Hinweise, dass die Offshore-Windparks die Meeresfauna schädigen, insbesondere Wale und Delfine.
Eine neue Studie, an der auch Wissenschaftler des Plymouth Marine Laboratory beteiligt waren, warnt vor potenziell schädlichen Metallmengen aus den Schutzsystemen der Turbinen, da die Toxizitätsrisiken unzureichend bewertet werden.
Die Studie ergab, dass die Materialien, die zum Schutz von Windkraftanlagen vor Korrosion verwendet werden, in das umgebende Wasser auslaugen und somit ein Risiko für Ökosysteme, die Sicherheit von Meeresfrüchten und die menschliche Gesundheit darstellen könnten.
Tausende Tonnen Metalle jährlich freigesetzt
Offshore-Windparks setzen jedes Jahr Tausende Tonnen an Metallen wie Aluminium, Zink und Indium frei. Es wird erwartet, dass diese Menge drastisch ansteigt, da Windparks eine wichtige Rolle bei der Reduzierung der weltweiten Kohlenstoffemissionen spielen sollen.
In der Studie, die in der Zeitschrift Nature’s Ocean Sustainability veröffentlicht wurde, wird der jährliche Eintrag von Metallen aus den derzeitigen europäischen Windparks auf 3’219 Tonnen Aluminium, 1’148 Tonnen Zink und 1,9 Tonnen Indium geschätzt.
Bei Zink übersteigt dies bereits die Summe aller bekannten direkten Einträge und Flusseinleitungen in den Nordatlantik aus den wichtigsten europäischen Ländern. Auch die Auswirkungen von Windkraft auf die Meeresfauna sind besorgniserregend.
Gesundheitsrisiken durch Aquakulturen bei Windparks
Durch die Ansiedlung von Algen- und Muschelzuchtbetrieben in unmittelbarer Nähe von Offshore-Windparks, wie dem weltweit ersten kommerziellen Algenzuchtbetrieb in der Nordsee, könnten sich Metalle aus den Turbinen in diesen Arten anreichern und zu Konzentrationen führen, die die für den menschlichen Verzehr sicheren Grenzwerte überschreiten könnten. Beispielsweise könnte der Verzehr von Austern mit hohem Zinkgehalt die empfohlene wöchentliche Aufnahme für Erwachsene überschreiten und damit die menschliche Gesundheit gefährden.
«Nach den derzeitigen Ausbauplänen der Regierung könnten diese Einträge bis 2050 um das Zwölffache ansteigen, was ernste Bedenken hinsichtlich der potenziellen Anreicherung von Metallen in Meerestieren wie Austern, Muscheln und Algen weckt, die wahrscheinlich auch in der Nähe von Windparks gezüchtet werden.» Professor Watson
Die Wissenschaftler fordern eine umfassendere Überwachung von Wasser und Sedimenten in der Nähe von Windparks, die Verwendung von Korrosionsschutzsystemen mit geringeren Umweltauswirkungen und strenge Überwachungsrichtlinien für die Nutzung von Aquakulturen und Windparks.
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