Gänsetötungen am Dreiländersee: PETA kritisiert scharf
Gänse zum Abschuss freigegeben: Die Stadt Gronau will Wildgänse im Bereich des Dreiländersees töten lassen.

Der Beirat der Unteren Naturschutzbehörde hat sich daraufhin dafür ausgesprochen, die Befreiung von der Jagd auf Wildvögel zwischen dem 15. Januar und dem 15. Oktober eines Jahres aufzuheben.
Grund hierfür sei der Kot der Tiere, der eine Gesundheitsgefährdung darstelle.
PETA hat sich vergangenen Mittwoch an Bürgermeister Rainer Doetkotte, die Gronauer Kommunalparteien sowie an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Borken und die Biologische Station Zwillbrock gewandt und einen Stopp der Tötungsaktionen gefordert. Die Stadt Gronau (Westf.) liegt im westlichen Münsterland im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen.
Die Tierrechtsorganisation hat in ihrem ausführlichen Schreiben unter anderem angeführt, dass Fälle, bei denen Menschen durch den Kot von Gänsen erkrankten, bisher nicht bekannt sind. Für die vermeintliche Gänse- und Kotproblematik wurden stattdessen Lösungsansätze aufgezeigt. PETA sieht die Pläne auch unter rechtlichen Gesichtspunkten kritisch, denn eine Belästigung von Badegästen durch hinterlassenen Kot sei kein „vernünftiger Grund“ für Tiertötungen im Sinne des Tierschutzgesetzes.
Wir sehen in der vermeintlichen Gesundheitsgefährdung lediglich einen Vorwand, damit die Stadt die sinnlose und grausame Jagd auf die Wildgänse in der Öffentlichkeit besser rechtfertigen kann. Wir Menschen leben nicht allein auf dieser Welt und sollten unseren wildlebenden Mitgeschöpfen Toleranz und Respekt entgegenbringen, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass die Tiere nicht dauerhaft durch Tötungsaktionen vertrieben werden können. Eine attraktive Fläche zieht immer wieder Gänse an. Ein tierfreundliches ‚Gänsemanagement‘, welches mit Unterstützung von Fachleuten erarbeitet werden sollte, hat sich dagegen vielerorts als nachhaltig erwiesen. Zudem liessen sich die Gänse-Hinterlassenschaften mit speziellen Kehrmaschinen mit Saugfunktion problemlos beseitigen.
Tötung kann Tiere nicht dauerhaft von dem Gebiet fernhalten
Die Verschmutzung von Flächen ist kein legitimer Grund, der es erlaubt, Tiere zu töten. In Heidelberg wird eine spezielle Kot-Kehrmaschine erfolgreich eingesetzt.
Zudem ist die Jagd nicht dazu geeignet, die Tiere dauerhaft von dem Gebiet fernzuhalten. Auch die Tötungen mehrerer Gänse in Nürnberg und Frankfurt am Main im Sommer 2018 zeigten, dass die Vorgehensweise unethisch ist und keine Lösung darstellt: Die Gänse betrachteten das Gelände weiterhin als ihren Lebensraum und kehrten zurück.
Experten setzen daher auf ein effektives und tierfreundliches „Gänsemanagement“: Die betroffenen Flächen werden – flankiert von tierfreundlichen Vergrämungsmassnahmen – für die Gänse unattraktiv gestaltet, gleichzeitig werden tiergerechte Ausweichflächen für die Tiere geschaffen.
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