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Tierrechte

Fuchszucht in Finnland geht um fast 70 % zurück

In Finnland, einem der wichtigsten Pelzproduktionsländer Europas, werden die Zuchtbetriebe in rasantem Tempo verkleinert und geschlossen.

Redaktion Wild beim Wild — 5. September 2024

In den letzten 5 Jahren ist die Nerzproduktion um 50 % zurückgegangen, während die Fuchsproduktion mit 68 % noch stärker eingebrochen ist.

Neue Statistiken des finnischen Pelzzüchterverbandes für das Jahr 2023, die von Animalia ausgewertet wurden, bestätigen, dass sich die Branche in einem starken Rückgang befindet.

Im Jahr 2023 gab es nur noch eine Nerzfarm, die mehr als 10’000 Felle produzierte, während es im Jahr zuvor noch 11 solcher Farmen gab. Es gab sechs Fuchsfarmen, die mehr als 10’000 Felle produzierten, im Vergleich zu 8 im Jahr 2022 und 20 im Jahr 2019. Die meisten Nerze werden in Betrieben gezüchtet, die jährlich weniger als 500 Felle produzieren, was darauf hindeutet, dass die Nerzzucht ein Nebengeschäft ist. Füchse hingegen werden überwiegend in Betrieben mit 3’000-10’000 Tieren gezüchtet.

In den letzten 5 Jahren ist die Nerzproduktion um 50 % zurückgegangen, während die Fuchszucht um 68 % zurückgegangen ist.

Die tatsächliche Zahl der im letzten Jahr produzierten Pelze ist deutlich niedriger, als die Geburtenrate vermuten lässt, da im Herbst 2023 fast eine halbe Million Pelztiere wegen der Vogelgrippe gekeult und vernichtet wurden.

Die wenigen verbliebenen Farmen sind finanziell nicht überlebensfähig. Der durchschnittliche Verkaufspreis für Blaufuchsfelle ist im Vergleich zum Vorjahr um 13 % gesunken. Die Produktionskosten eines Fuchspelzes übersteigen derzeit den Verkaufsgewinn und führen zu einem Verlust von bis zu 50 Euro pro Tier für den Landwirt. Der Durchschnittspreis für einen Nerzpelz ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls um 2 % gesunken.

Nach der Massenkeulung von Nerzen auf finnischen Pelztierfarmen aufgrund des Ausbruchs der Vogelgrippe im Jahr 2023 erhielten die Landwirte über 50 Millionen Euro an öffentlichen Geldern als Entschädigung, was den wirtschaftlichen Wert der Branche noch mehr infrage stellte.

Die Zahl der Arbeitsplätze in der Pelzindustrie hat sich innerhalb von fünf Jahren halbiert, was das soziale Argument für die Aufrechterhaltung der Produktion untergräbt.

In einer von Animalia und Oikeutta Eläimille im Jahr 2023 durchgeführten Meinungsumfrage sprachen sich 83 % der Finnen dafür aus, die Pelztierzucht entweder zu verbieten oder den Tieren deutlich mehr Raum und Möglichkeiten zu geben, sich artgerecht zu verhalten.

Die neuen Statistiken unterstützen das Argument für ein pelzfreies Europa, wie es von der erfolgreichen europäischen Bürgerinitiative vorgeschlagen wurde.

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